26. Juni 2020, 07:59
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Deutsche Bank meistert US-Stresstest, aber es gibt Wermutstropfen

Die Deutsche Bank besteht erneut im US-Stresstest. «Ein wichtiger Schritt nach vorne», freut sich Konzernchef Sewing. Doch die Fed hat auch schlechte Nachrichten für die Großbanken: Wegen der Corona-Krise sind Aktienrückkäufe und erhöhte Dividenden vorerst tabu.

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Die Deutsche Bank ist das zweite Jahr in Folge ohne Probleme durch den Stresstest der US-Notenbank Fed gekommen. Allerdings erteilten die Finanzaufseher den größten Geldhäusern im Land angesichts der Corona-Krise strikte Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung.

Gewinnausschüttungen durch Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen sind deshalb mindestens bis Ende September tabu, wie die Fed in Washington mitteilte.

Bei der Deutschen Bank überwog dennoch die Erleichterung, von den Aufsehern eine tadellose Bewertung erhalten zu haben. Deutschlands größtes Geldhaus war mit seinem US-Geschäft in den vergangenen Jahren mehrmals bei den Prüfungen der Fed durchgefallen, umso mehr freuten sich die US-Chefin Christiana Riley und der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing, dass diesmal wie schon 2019 alles klappte.

Das Stresstest-Ergebnis sei «ein wichtiger Schritt nach vorne», schrieben Riley und Sewing in einem Memo an die Mitarbeiter. Der Wandel brauche Zeit, doch die Deutsche Bank mache spürbare Fortschritte und sei auf dem richtigen Weg, hieß es in dem Schreiben weiter. Investoren, Kunden und auch die Aufseher würden die positive Entwicklung des Unternehmens anerkennen.

Obwohl die Fed allen 33 getesteten Banken ein gutes Zeugnis ausstellte, war der Stresstest für die Branche letztlich eher eine bittere Pille. Denn eine Analyse der möglichen Belastungen durch die Corona-Pandemie habe Risiken offengelegt, erklärte die Notenbank. Die Fed werde deshalb weitere Maßnahmen ergreifen, um die Krisenfestigkeit intensiver zu prüfen. Wegen der Ungewissheit müssen die Banken ihr Geld in den nächsten Monaten erstmal zusammenhalten.

Bei Anlegern kam die Nachricht nicht gut an, Bankaktien reagierten nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Fed-Vize Randal Quarles lobte die Geldhäuser zwar: «Das Bankensystem war in dieser Krise bislang ein Quell der Stärke». Dennoch will die Fed die Großbanken zunächst genau im Blick behalten. Wegen der Gefahr von enormen Kreditausfällen will die Fed auf Nummer sicher gehen. Die Banken müssen ihre Kapitalpläne – die auch Dividenden und Aktienrückkäufe betreffen – darum später in diesem Jahr erneut vorlegen.

Die strikten Auflagen der Notenbank für den Finanzsektor zeigen, wie ernst die Fed die Risiken der Pandemie weiterhin nimmt. Die Corona-Krise hatte die US-Wirtschaft vorübergehend bereits weitgehend lahmgelegt und hat die Arbeitslosigkeit rapide ansteigen lassen. Ausgestanden ist die Pandemie, obwohl die Lockdown-Maßnahmen vielerorts gelockert wurden, noch nicht. Im Gegenteil: Zuletzt stiegen die Fallzahlen in vielen Bundesstaaten wieder bedenklich an.

Auch für die Deutsche Bank könnten die Vorschriften der Fed indirekt Konsequenzen haben. Anders als bei den US-Rivalen hängen bei den Töchtern ausländischer Geldhäuser zwar nicht die Dividenden und Aktienrückkäufe von der Zustimmung der Fed ab, dafür aber die Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter. Die Stresstests der US-Notenbank sind eine Folge der großen Finanzkrise von 2008. Sie sollen sicherstellen, dass Banken bei einem Finanzmarkt-Kollaps nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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