24. August 2020, 14:18
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Die richtigen Aktien für die Pandemie

Menschen und Wirtschaft haben sehr unter den Nebenwirkungen des Lockdowns gelitten. Er bot aber auch Gelegenheit für neue Perspektiven. Das Global Equity Team von Nikko Asset Management leitet zum Beispiel aus den eigenen Lockdown-Erfahrungen wichtige Erkenntnisse für die Aktienauswahl ab.

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Lektion 1: Von Zuhause arbeiten 

Wer von zu Hause aus arbeitet, bleibt mittels Technologie mit Kollegen, Familienangehörigen und Freunden per Video, Messaging-Plattformen und sozialen Medien verbunden. Kinder nutzen Technologie fürs Lernen auf Distanz, und wir alle haben uns bei der Unterhaltung und bei verschiedenen Formen des Konsums auf Online-Plattformen verlassen. 

Die Unternehmen haben auf diese beispiellose Nachfrage nach Technologie reagiert. Die Ausgaben für Cloud-Infrastruktur und Software haben sich beschleunigt; viele Unternehmen weltweit setzen neue IT-Infrastruktur ein, um dem Bedarf an flexiblerem Arbeiten langfristig gerecht zu werden. 

Unser Portfolio hat von diesem Nachfrageschub nach entsprechenden Produkten und Dienstleistungen profitiert. Mit den Nutznießern der Cloud-Infrastruktur wie Microsoft, Amazon, Adobe und Accenture, mit Lieferdiensten wie Amazon, Meituan Dianping und HelloFresh und mit Videospielfirmen wie Nintendo, Tencent und Sony haben wir etwa ein Drittel des Portfolios in direkte Nutznießer dieses Trends investiert. Möglicherweise wurde aufgrund von Covid-19 einiges an Nachfrage „vorgezogen“. Aber wir bleiben angesichts des Umfangs der Veränderungen davon überzeugt, dass diese Trends länger anhalten als viele denken. In Bezug auf die Bewertungen sind wir inzwischen aber vorsichtiger geworden und haben einige Gewinne mitgenommen.

Lektion 2: Gesundheit und Wohlbefinden stehen ganz vorne 

Die Pandemie hat den Gesundheits- und Wellness-Trend beim Konsum beschleunigt. Viele haben ihre Nachbarn und ihre nähere Umgebung besser kennen gelernt und waren zum Entschleunigen gezwungen. Es gab einen Boom beim Selberkochen; Verschwendung wurde minimiert, neue Fähigkeiten erlernt und mehr Bewegung zum Stressabbau eingesetzt (allerdings nahm auch der Konsum von Snacks weltweit zu). 

Der Trend zur gesunden Lebensweise scheint unaufhaltsam, aber entscheidend wird angesichts des zunehmenden finanziellen Drucks sein, eine gute Gesundheitsversorgung für die gesamte Gesellschaft erschwinglich zu machen. Wir konzentrieren uns weiterhin auf Gesundheitsunternehmen, die die Kosten der Gesundheitsversorgung senken und gleichzeitig bessere Ergebnisse erzielen können. LHC (häusliche Krankenpflege) und Philips (Healthcare IT) sind direkte Nutznießer dieses Trends, während Bio-Techne, Danaher und LabCorp Produkte und Dienstleistungen für die Entdeckung bahnbrechender Behandlungen herstellen. 

Die langfristigen Aussichten für diese Firmen scheinen solide angesichts der zugrunde liegenden Demographie und der Notwendigkeit, preiswerte Behandlungsmethoden zu finden. Wir haben etwas mehr als 20% des Portfolios in diese Firmen aus dem Gesundheitswesen sowie in innovative Lebensmittelunternehmen wie Kerry Group und HelloFresh investiert, die langfristig vom Gesundheits- und Wellness-Trend profitieren.

Lektion 3: Technologie und Wissenschaft haben Grenzen 

Die Technologie war für viele während des Lockdowns eine Lebensader und die Aktienkurse spiegeln diese gestiegene Bedeutung wider. Aber sie stößt auch an Grenzen. So kann die Online-Verlagerung des Lebens dazu führen, dass ausgerechnet ältere Menschen isoliert werden, zu deren Schutz die Lockdownmaßnahmen primär ergriffen werden. Zudem kann der Zugang zu IT-Ausrüstung über die Bildungschancen von Kindern aus einkommensschwachen Familien entscheiden. Als Ersatz für persönliche Begegnungen sind die technologischen Möglichkeiten ebenso begrenzt wie beim Versuch, bei der Übertragung von Sportveranstaltungen ein digitales Live-Publikum zu imitieren. 

Die Folgen der Pandemie werden Anstrengungen erfordern, um die zunehmende Einkommensungleichheit zu beseitigen und gleichzeitig die ökologischen Herausforderungen anzugehen, vor denen wir stehen. Die Staatsausgaben könnten sich entsprechend verlagern und die Besteuerung dürften stärker darauf ausgerichtet sein, Einkommensunterschiede zu beseitigen. Derzeit sind wir mit etwa 10 % unseres Portfolios in Unternehmen investiert, die umweltfreundliche Lösungen im Bereich der Bau- und Energieinfrastruktur, wie z.B. SolarEdge, Schneider und Kingspan, und im Bereich der sauberen Luft anbieten wir Daikin, Woodward und Johnson Matthey. Die langfristigen Aussichten von Unternehmen in diesen Bereichen scheinen derzeit unterschätzt zu werden, und wir hoffen, dass wir in Zukunft noch mehr Qualitätsunternehmen in diesen Branchen finden werden. 

Foto: Shutterstock

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