15. Oktober 2020, 08:23
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Dividenden-Investments: Alte Konzepte haben ausgedient – und jetzt?

Gewinnwarnungen, Dividendenstreichungen – in der Corona-Krise mussten Dividendenanleger einige schlechte Nachrichten verkraften. Ist die Zeit der Anlageklasse etwa abgelaufen? Thomas Meier, Portfoliomanager des MainFirst Global Dividend Stars, sagt: „Ja, aber nur für traditionelle Dividendenfonds. Zeitgemäße Konzepte können hingegen attraktive Renditen erzielen, etwa über eine Barbell-Strategie mit einem ausgewogenen Value-Investing-Ansatz.“

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„Wir haben nie so eine große Welle an Dividendenkürzungen und -aussetzungen gesehen wie dieses Jahr“, bestätigt Fondsmanager Thomas Meier von MainFirst Asset Management. Gleichzeitig sei das strukturelle Niedrigzinsniveau nunmehr für viele Jahre zementiert – nach milliardenschweren staatlichen Interventionen und entsprechend hohen Schuldenquoten, um die Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf die Wirtschaft abzufedern. „Es gilt jetzt, jene Unternehmen zu identifizieren, die in der Krise eventuell die Dividende aufschieben, aber an sich gesund sind und sehr bald zu attraktiven Ausschüttungen zurückkehren werden“, erklärt er. Die meisten traditionellen Dividendenfonds konzentrierten sich auf die immer gleichen großen Aktientitel, die in der Vergangenheit hohe Ausschüttungen gezahlt haben. Der Aktienexperte ist überzeugt: Es bedarf zeitgemäßer Konzepte, um die Dividendenperlen zu finden. Aber dann lohnt es sich und Anleger profitieren doppelt: Zum einen durch Kursgewinne des Fonds und zum anderen durch regelmäßige Ausschüttungen.

Nachhaltigkeit der Dividende ist wahre Messgröße  

Meier warnt davor, sich allein auf die absolute Ausschüttungshöhe zu fokussieren. Zu groß sei die Gefahr, dass die Dividende nicht nachhaltig ist. „Das Risiko: Einige Unternehmen stellen zugunsten einer hohen Dividendenzahlung Investitionen zurück. Das rächt sich in Form einer schlechteren Geschäftsentwicklung in den Folgejahren.“ Wichtig seien deshalb die Nachhaltigkeit und Qualität der Dividende. Um dies zu verifizieren, machen Meier und sein Team eine fundamentale Analyse des Geschäftsmodells, der Bilanzstruktur und des Free-Cash Flows. Stimmt zudem noch die Bewertung, ist ein Investmentkandidat gefunden. Besonders vielversprechend seien klein- bis mittelgroßkapitalisierte inhaber- oder familiengeführte Unternehmen. „Es gibt weltweit viele Hidden Champions zu attraktiven Bewertungen. Die kleinere Unternehmensgröße und die Inhaberbeteiligung an der Führung machen die Firmen besonders flexibel und anpassungsfähig bei gleichzeitiger Entscheidungsstärke“, erklärt der Portfoliomanager.

Wo die Dividenden-Stars von morgen zu finden sind 

„Wir haben die Kurse während der Corona-Krise genutzt und zu attraktiven Preisen eine Reihe Unternehmen mit erfolgreichen Geschäftsmodellen und hervorragender Marktpositionierung aufgenommen, die wir schon länger beobachtet haben und die als Hidden Champions vielen Menschen nicht geläufig sind“, berichtet Meier. Ein Beispiel ist Carel Industries, ein italienisches Familienunternehmen, das auf Systemlösungen und Steuereinheiten für Luftbefeuchtungs- und Kühlanlagen sowie Klimatechnik spezialisiert ist. Das Unternehmen hat in seiner Nische hohe Marktanteile und Skalierungsmöglichkeiten und investiert jährlich sechs Prozent vom Umsatz, das sind rund 20 Millionen Euro, in Forschung und Entwicklung. Eine variable Kostenstruktur und ein hoher Automatisierungsgrad führen selbst in Rezessionsphasen zu Margen von mindestens 15 Prozent. Die Bilanz ist robust und die Expansion wird organisch vorangeführt. Beste Voraussetzungen für eine stabile und attraktive Dividende in den kommenden Jahren. Weitere aussichtsreiche Kandidaten sind die finnische Musti Group, die auf Heimtierbedarf und -pflege spezialisiert ist, der deutsche Autovermieter Sixt sowie der deutsche Lichtsystem- und Fahrzeugelektronikspezialist Hella. 

Ausgewogene Mischung führt zum Erfolg 

Der MainFirst Global Dividend Stars verfolgt eine Barbell-Strategie mit einem ausgewogenen Value-Investing-Ansatz. Hierbei investiert der Fonds einerseits in konservative, defensive Kerninvestments, andererseits erfolgt zu rund 50 Prozent eine Beimischung von wachstumsstarken, oftmals familiengeführten klein- und mittelgroßkapitalisierten Unternehmen, sogenannte Hidden Champions. Auf diese Weise hat der MainFirst Global Dividend Stars in der Corona-Krise, vom Index-Tiefpunkt am 23. März 2020 bis 30. September 2020, eine hervorragende Werterholung um 38,4 Prozent erzielt. Das entspricht einer Outperformance gegenüber dem MSCI World High Dividend Yield Index von 15,7 Prozent. Damit zählte der MainFirst Global Dividend Stars im zweiten und dritten Quartal 2020 zu den erfolgreichsten global anlegenden Dividendenfonds.

Foto: Shutterstock

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