10. September 2020, 11:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dotcom 2.0? Mitnichten!

2020 könnte als Jahr der Superlative in den Annalen eingehen. Nach dem rasanten Abverkauf an den Börsen im Zuge der Covid-Krise kletterten die Kurse teilweise wieder auf neue Höchststände. Das große Zugpferd sind die US-Börsen, allen voran der dortige Technologiesektor. Dabei werden Erinnerungen an die Dotcom-Blase der Jahrtausendwende wach. Droht das Platzen einer Blase 2.0?

Bildschirmfoto-2020-05-07-um-23 04 48 in Dotcom 2.0? Mitnichten!

Adrian Daniel, Mainfirst

„Wer die Gewinnentwicklung vieler Tech-Konzerne analysiert kommt zum Schluss, dass die Gewinne real und eben nicht illusionär wie bei der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende sind. So zeigte der zugrundeliegende Nasdaq mit kumuliert mehr als 280 Prozent (Stand Juli 2020) die beste Gewinnentwicklung seit 2008. Doch wie nachhaltig sind die Gewinne?

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet unentwegt voran. So ist es wahrscheinlich, dass die Gewinne der dominierenden Tech-Unternehmen und führenden Wachstumsfirmen noch weiterwachsen werden. Die Corona-Pandemie nimmt zudem die Rolle eines Katalysators ein, seitdem die Lockdown-Maßnahmen den Bedarf etwa für virtuelles Einkaufen und Arbeiten von zu Hause aus erhöht haben.

Darüber hinaus verfügen die heutigen Wachstums-Riesen im Unterschied zur Situation um die Jahrtausendwende über sehr hohe Markteintrittsbarrieren. Damalige sogenannte „First Mover“ hatten keine Garantie für den langfristigen Erfolg ihres Geschäftsmodells. Das stellt sich heute anders dar. Apple, Amazon oder Microsoft als veritable Plattformen herauszufordern, ist nahezu undenkbar. Speziell boomende digitale Geschäftsprozesse führen aufgrund der basierenden Technologie zu hohen Skaleneffekten. Die Plattformen wissen heute, was der Käufer wirklich benötigt. Daher sind sie in der Lage, eine marktdominierende Stellung einzunehmen und ihre Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen linearen Unternehmen auszuspielen.

Grün ist die Hoffnung

Damit nicht genug. Noch vor wenigen Jahren war der Einsatz von sogenannten ESG-Kriterien in der Kapitalanlage ein Exotenthema. Heute haben Aspekte wie der drohende Klimawandel, soziale/gesellschaftliche Gleichheit und Fragen der Unternehmensführung die Integration von ESG-Kriterien in die Investmentprozesse von Investoren beschleunigt. Unternehmen müssen sich nachhaltig aufstellen, um für die wachsende Zahl nachhaltig orientierter Anleger überhaupt attraktiv zu sein. Auch in diesem Punkt haben „Growth“-Titel, die tatkräftig handeln, einen klaren Vorteil. So sollen beispielsweise ab 2022 bei allen Made-by-Google-Produkten recycelte Materialien integriert werden. Und der Konzern investiert massiv in erneuerbare Energien. Andere folgen diesem Beispiel. In der Summe führt somit auch die fortschreitende ESG-Regulierung zu einer Portfolio-Konzentration mit vielen Wachstums- beziehungsweise Tech-Werten an der Spitze.

Fazit

Der Kursanstieg des Technologiesektors ist fundamental durchaus gerechtfertigt. Eine Gier in der Breite, wie um die Jahrtausendwende, ist nicht zu erkennen. Vielmehr konzentriert sich die Entwicklung auf wenige (marktdominierende) Unternehmen, die angesichts ihrer nachhaltigen Geschäftsmodelle (Treiber struktureller Trends) nach wie vor moderate Bewertungen aufweisen. Insofern hat die gegenwärtige Situation mit der zur Jahrtausendwende relativ wenig gemein.“

Autor Adrian Daniel ist Portfoliomanager des Mainfirst Absolute Return Multi Asset, Mainfirst Global Equities Fund sowie des Mainfirst Global Equities Unconstrained Fund.

Foto: Mainfirst

Ihre Meinung



 

Versicherungen

11 Webinare für Ihren digitalen Vertriebserfolg

Vom 28.9. bis 2.10. 2020 veranstaltet Cash. die Digital Week. In 11 Webinaren geht es um die richtige Digital-Strategie, um so die Chance für Makler und Vermittler auf mehr Umsatz zu erhöhen. Melden Sie sich an und nutzen Sie diesen Mehrwert für Ihre vertriebliche Praxis.

mehr ...

Immobilien

Immobilienpreise in Stadionnähe im Vergleich

Ab heute rollt der Ball wieder über den grünen Rasen: Die Bundesliga startet Corona-bedingt verzögert – statt wie geplant schon im August. Immoscout24 hat hierfür die Kauf- und Mietpreise der Wohnungen rund um die Fußball-Stadien von Berlin, Bremen, Hamburg und Leipzig untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Auf die nächste Volatilitätswelle am Anleihemarkt vorbereiten?

Die Anleihenmärkte haben sich in jüngster Zeit positiv entwickelt, wobei sich die Renditen im Juli in Richtung eines Allzeittiefs bewegten und in einigen Fällen sogar historische Tiefststände erreichten. „Dennoch sind wir der Ansicht, dass trotz des unsicheren Marktumfelds weitere Gewinne möglich sind“, sagt Nick Hayes, Head of Total Return & Fixed Income Asset Allocation bei Axa Investment Managers. Die Anleihemärkte dürften weiteren Rückenwind erfahren, da die Zentralbanken beispiellose Stimuli setzen.

mehr ...

Berater

Bundestag beschließt Verlängerung für Anleger-Musterverfahrensgesetz

Der Bundestag hat eine verlängerte Gültigkeit des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes zum Schutz von Aktionären und Anlegern beschlossen. Das Gesetz gilt nun bis zum 31. Dezember 2023.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lutz Kohl wechselt in die Geschäftsführung der HKA 

Mit Wirkung vom 9. September 2020 wurde Lutz Kohl (54) zum Mitglied der Geschäftsführung der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung GmbH berufen, der KVG der Immac. Mit seiner Bestellung wird das Führungsteam der HKA um Geschäftsführer Tim Ruttmann planmäßig erweitert.

mehr ...

Recht

Fondsbranche weist BaFin-Kritik zurück

Der deutsche Fondsverband BVI weist die Kritikder BaFin an den Fondsanbietern entschieden zurück, dass die Umsetzung der neuen Liquiditätswerkzeuge (Rücknahmegrenzen, Swing Pricing, Rücknahmefristen)bei ihnen in den Hintergrund gerückt sei, je weiter die Kursturbulenzen im März zurückliegen.

mehr ...