4. Mai 2020, 17:08
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Drei Voraussetzungen für eine Erholung der EM-Rentenmärkte

Durch Volatilität entstehen auch neue Anlagemöglichkeiten. Wir wollen dieses Potenzial ausschöpfen, ohne dabei von dem Risikoprofil der jeweiligen Anlagestrategie abzuweichen. Michael A. Cirami, CFA, Co-Director of Global Income for Eaton Vance Management, hat seine Strategie vor Kurzem in einem Gespräch erläutert, nachfolgend die wesentlichen Punkte.

Emerging-Markets in Drei Voraussetzungen für eine Erholung der EM-Rentenmärkte

Was wir beobachten: Nach den extremen Kursschwankungen der vergangenen Wochen haben sich die Märkte auf einem etwas normaleren, gleichwohl noch immer hohen Volatilitätsniveau eingependelt. Außerdem blicken Anleger wieder mehr auf Fundamentaldaten, die Rentenmärkte einzelner Länder sind deutlich auseinandergedriftet. Wir achten sehr auf wirtschaftliche Kennzahlen und nationale Politik, insofern ist dieses Marktumfeld für uns günstig.

Die Rating-Agenturen stufen Länder inzwischen genauso ab wie zuvor Unternehmen: Am 27. März hat Moody‘s Südafrika abgestuft, ein Land, das wir schon seit Langem skeptisch betrachten. Bemerkenswert ist auch die Abwertung des Oman auf Junk-Status, mit der S&P vergangene Woche einer ähnlichen Entscheidung von Moody’s drei Wochen zuvor folgte. Viele weitere Länder werden wohl schon bald folgen.

Wie wir reagieren: Wir hatten uns auf ein volatiles Marktumfeld eingestellt und haben über mehrere Wochen Liquidität auf- und Risiken abgebaut. Wir stehen noch ganz am Anfang, allerdings sehen wir bereits jetzt an einigen Stellen attraktive Bewertungen. Daher bauen wir langsam wieder Risikopositionen auf, unter anderem in einigen sehr günstigen Anleihen, deren Kurse durch ihre Fundamentaldaten nicht ansatzweise gerechtfertigt sind. Im Moment konzentrieren wir uns auf Hartwährungs- und Staatsanleihen.

Worauf wir achten: Eine Erholung der Schwellenländer ist aus unserer Sicht an drei Voraussetzungen geknüpft, die sich gegenseitig bedingen:

  • Eine Untergrenze für Vermögenspreise: Irgendwann sind die Bewertungen so niedrig, dass wir keine größeren Verlustrisiken befürchten würden.
  • Klarheit über die Verbreitung von COVID-19: Wir achten auf abflachende Infektionskurven.
  • Politische Eindämmungsmaßnahmen: Regierungen setzen in großem Umfang soziale Distanz durch, erhöhen ihre Testkapazitäten und investieren große Summen in gesundheitliche Versorgung und wirtschaftliche Entlastung.

Als Negativbeispiele kann man hier Brasilien und Mexiko anführen. Die Kapitalmärkte beider Länder wurden an einigen Stellen durch die unzureichenden Gegenmaßnahmen beider Länder in Mitleidenschaft gezogen. Aus mehreren länderspezifischen Gründen stehen neben Südafrika auch die Türkei, Russland und Katar unter Druck.

Fazit: An wichtigen Rentenmärkten sinken die Renditen, die Federal Reserve und andere Zentralbanken stemmen sich mit aggressiven Gegenmaßnahmen gegen die Pandemie. Für uns zeichnet sich dadurch ein eindeutiges Szenario ab, in dem die Rentenmärkte der Schwellenländer für Anleger noch attraktiver werden.

Foto: Shutterstock

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