15. September 2020, 10:40
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“Ein bisschen Volatilität ist kein Grund zur Nervosität”

Nach einem starken Ansturm zwischen April und August, der die US-Aktienmärkte auf Rekordhochs brachte, gingen  die Aktienkurse im September zurück und sorgten so für einige Nervosität an den Märkten. Dies führte jedoch nicht  – und sollte auch nicht – zum Läuten der Alarmglocken. Stattdessen sollten Anleger die treibenden Kräfte hinter der jüngsten Volatilität und der potenziellen Turbulenzen identifizieren, um sich auf den Erfolg vorzubereiten -–sowohl taktisch als auch strategisch. Ein Kommentar von Mobeen Tahir, Associate Director, Research bei WisdomTree

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Platzt die nächste Technologieblase?

Bei WisdomTree glauben wir das nicht. Während die Bewertungen von US-Tech-Aktien in diesem Jahr – durch gewisse Linsen – erhöht wurden, brauchen wir aus folgenden Gründen keine Parallelen zur Dotcom-Blase von vor 20 Jahren zu ziehen:

Bessere Fundamentaldaten: Nehmen wir als Beispiel die Top 3 Aktien im NASDAQ Composite Index – Apple, Microsoft und Amazon machen zusammen rund 30 Prozent des Index aus. Der durchschnittliche Umsatz pro Aktie der drei Unternehmen hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt, der durchschnittliche Gewinn pro Aktie fast vervierfacht.

Stabilere Einkommensströme: Technologieunternehmen verfügen heute im Allgemeinen über diversifiziertere und nachhaltigere Einnahmequellen als vor 20 Jahren. Das Aufkommen von beispielsweise Cloud Computing hat die Einnahmequellen stabiler und die Geschäftsmodelle zukunftssicherer gemacht.

Größere Bargeldreserven: Große Technologieunternehmen haben in den letzten Jahren im Allgemeinen größere Barreserven angesammelt, die es ihnen ermöglichen, sich weiterhin auf Forschung und Entwicklung zu konzentrieren, anstatt sich über das Risiko der Zahlungsunfähigkeit zu sorgen.

Was sich im September an den Märkten manifestiert hat, sind vielmehr Gewinnmitnahmen nach einem starken Ansturm auf die Aktien. Wenn das geschieht, werden zwangsläufig einige Gewinne zunichte gemacht. Der NASDAQ-Composite-Index liegt jedoch immer noch fast 14 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.

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Wie geht es weiter?

Anleger sollten die folgenden Faktoren berücksichtigen, während sie die US-Aktienmärkte, insbesondere Technologieaktien, aus einem makroökonomischen Top-Down-Blickwinkel betrachten:

Die Kaufgelegenheit: Ein Preisrückgang ohne eine merkliche Veränderung der Fundamentaldaten und der makroökonomischen Lage stellt eine potenzielle Kaufgelegenheit dar.

Die politische Feuerkraft: Fiskalische Anreize der US-Regierung könnten die bereits sehr akkommodierende Geldpolitik der US-Notenbank ergänzen, um die Aktienmärkte weiter voranzutreiben.

Der thematische Ansatz: Investitionen in Tech-Aktien werden immer mehr zu einem Synonym für thematische Investitionen, wenn man bedenkt, wie wichtig langfristige Themen wie künstliche Intelligenz, Cloud Computing und saubere Energie für den Sektor sind. Die Märkte könnten es dem Sektor weiterhin erlauben, zu höheren Bewertungsmultiplikatoren zu handeln, als Zeichen des Vertrauens in die Innovation und das Wachstum, die der Sektor weiterhin mit sich bringt.

Könnte es mehr Volatilität geben?

Es ist durchaus möglich, dass wir in den kommenden Wochen etwas mehr Volatilität sehen, da taktische Investoren mehrere ihrer Positionen verkaufen. Auch im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen im November ist mit einigen Turbulenzen zu rechnen. Die Futures auf den CBOE-Volatilitätsindex (VIX) sind Futures, deren Preisvolatilität im Oktober erhöht werden soll, bevor sie sich nach der Wahl wieder ausgleicht (siehe Abbildung oben). Ein Anstieg der COVID-19-Infektionen mit dem nahenden Winter bleibt weiterhin ein Risikofaktor für die Märkte. In Ermangelung eines wirksamen Impfstoffs könnten die Regierungen gezwungen sein, erneut strengere Restriktionen durchzusetzen, wodurch die wirtschaftliche Erholung der letzten Monate etwas an Schwung verlieren könnte. Anleger sollten daher weiterhin erwägen, defensive Absicherungen zu halten, um die potenzielle Volatilität, die vor ihnen liegt, abzuschwächen.

Foto: Shutterstock

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