18. August 2020, 13:39
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Falscher Anlagemix: Warum die Deutschen so wenig Vermögen haben

Die Deutschen besitzen im Durchschnitt (Median) umgerechnet 35.313 US-Dollar, in Großbritannien ist das Pro-Kopf-Vermögen 176 Prozent größer. Wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht, befinden sich die Bundesbürger selbst in einem EU-Vergleich weit abgeschlagen. Grund hierfür, so die Erhebung, ist der wenig ausgeprägte Hang zu Immobilien, Aktien und Kryptowährungen.

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51,5 Prozent der Deutschen besitzen Wohneigentum. Damit rangiert Deutschland bei einem EU-Vergleich auf dem untersten Ende der Skala. In Rumänien ist der Anteil mit 96,4 Prozent am höchsten. Auch in Mittelmeer-Staaten wie Spanien (76,3 Prozent), Portugal (74,5 Prozent) und Italien (72,4 Prozent) ist die Eigentumsquote deutlich höher, als in Deutschland.

Nur zehn Prozent sind Aktionäre

Wie die Infografik außerdem aufzeigt, besitzen in Deutschland nur 10 Prozent der Einwohner Aktien. In Großbritannien sind es mit 23 Prozent bereits mehr als doppelt so viele. Noch höher ist die Aktienquote in den USA sowie den Niederlanden. 67 Prozent der Deutschen geben an, nicht in Aktien zu investieren, weil sie zu viel Angst vor hohen Verlusten durch ökonomische Katastrophen haben.

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Alternative Investments wenig gefragt

Auch alternative Investments sind in Deutschland vergleichsweise wenig gefragt. Zwar geben 6 Prozent an, bereits in Digitalwährungen investiert zu haben. Doch auch hier ist der Anteil in anderen Staaten deutlich höher. So hat in Spanien bereits jeder Zehnte Erfahrungen mit Kryptowährungen, in der Türkei sind es sogar 16 Prozent.

“Deutlich geringeres Vermögen als europäische Nachbarn”

„Trotz verhältnismäßig geringer Arbeitslosigkeit sowie prosperierender Wirtschaft, besitzen die Deutschen im Mittel ein deutlich geringeres Vermögen, als zahlreiche europäische Nachbarn“, so Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Insgesamt ist die Furcht vor Verlusten überproportional stark ausgeprägt. Stattdessen hängen die Bundesbürger nach wie vor am Sparbuch, die Deutschen sparen sich arm“.

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Meinem Vorredner ist absolut zuzustimmen – die Deutschen haben europaweit die höchste Steuern- und Abgabenlast zu tragen.
    Stellt sich die Frage:
    Warum wurde die EU gegründet?
    Antwort:
    Um die Ersparnisse der Deutschen zu verbrauchen und zwar insbesondere von den europäischen Nachbar- Staaten, die unsere deutschen Politiker fest im “Zahlungsgriff” haben.
    In nahezu jeden europäischen Geldtopf zahlt doch Deutschland die höchsten Beiräge.

    Warum passen denn die europäischen Nachbarstaaten Ihre Steuer- und Abgabensätze nicht denen Deutschlands an?

    Weniger Zahlungen in die europäischen Foerdertöpfe koennten dann für Steuersenkungen für deutsche Bürger verwendet werden.
    Damit koennte ein mehr Netto vom Brutto möglich werden was die Vermögensbildung der Deutschen fördern koennte.

    Kommentar von toknow — 21. August 2020 @ 17:18

  2. M. E. fehlt hier die Tatsache, dass die Deutschen die europaweit höchste Steuern- und Abgabenlast zu tragen haben. Mit deutlich mehr Netto vom Brutto, wie es in anderen Ländern der Fall ist, sähe es hierzulande mit dem Vermögen auch anders, nämlich besser aus…

    Kommentar von Felix Kubens — 19. August 2020 @ 16:22

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