10. August 2020, 12:44
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Gold im Bullenmarkt: Preisanstieg ist fundamental untermauert

Der Goldpreis steigt – und zwar in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, die selbst nach oben korrigierte Schätzungen vieler Analysten übersteigen. Überraschend ist diese Entwicklung jedoch nicht. Es ist eine direkte Funktion der gigantischen Ausweitung globaler Geldmengen, zusätzlich befeuert vom aktuell schwachen Dollar und immer weiter rückläufigen Zinsen. Ein Kommentar von Bernhard Matthes, Bereichsleiter BKC Asset Management.

BKC Bernhard-Matthes-Kopie in Gold im Bullenmarkt: Preisanstieg ist fundamental untermauert

Bernhard Matthes, BKC AM

In unsicheren Zeiten verspricht Gold Schutz vor systemischer Instabilität, Negativzinsen und vor Inflation. Die global synchronisierte, weitreichende Antwort auf die Corona-Krise mit sowohl monetären als auch fiskalpolitischen Programmen von historisch beispiellosem Ausmaß hat das Potential, die seit Langem politisch gewünschte Inflationierung herbeizuführen. Anleger tun gut daran, ein solches Szenario in die Portfoliopositionierung einzubinden. Trotz der jüngsten Preissteigerungen und damit kurzfristig steigenden Korrekturrisiken bleiben viele Argumente für Edelmetalle im Portfolio bestehen. Die Realzinsen sind stark negativ und die Ausweitung der Geldmenge geht weiter. Solange der Rausch des billigen Geldes anhält, bleibt der Goldpreis auch strukturell unterstützt.

Sollte die Inflation nicht eintreten und sich stattdessen „japanische Verhältnisse“ einstellen –dauerhaft kein Wachstum, keine Inflation, kein Zins – würde dies weitere Verzweiflungstaten von fiskalischer und monetärer Seite heraufbeschwören und dem Goldpreis weiteren Aufwind verleihen.

Gold hat Funktion für Kaufkrafterhalt

Neben der „Schutzfunktion“ dient Gold dem Kaufkrafterhalt. Diese Eigenschaft gewinnt im Zuge der Corona-Krise an Bedeutung, war aber bereits vor dem Ausbruch der Pandemie wichtig. Aus dem vermeintlichen Ausbleiben von Konsumentenpreisinflation der vergangenen Jahre kann nicht der Schluss gezogen werden, es habe Preisstabilität vorgeherrscht. Gold konnte seit Euroeinführung 1999 pro Jahr um ca. 9,1 Prozent zulegen. Folgt man der Grundannahme, dass Gold immer eine konstante Kaufkraft hat und lediglich die Währungen variieren, in denen der Goldpreis gemessen wird, so lässt sich folgendes Argument entwickeln: Die tatsächliche Geldentwertung im Euroraum lag in den vergangenen gut 20 Jahren bei eben jenen 9,1 Prozent jährlich und war damit höher, als offizielle Inflationsmaßstäbe suggerieren.

Gold nicht nur Rohstoff

Wir verstehen Gold nicht als Rohstoff, sondern als eine nicht durch politische Entscheidungen manipulierbare Währung mit einem über mehr als 2.000 Jahre akkumulierten Vertrauenskapital. Gold dient dem Substanzerhalt, der risikofreien Wertaufbewahrung ohne Gegenparteirisiko. Daher haben wir bereits im April angesichts der Verwerfungen an den Finanzmärkten die Goldquote in unseren Portfolien erhöht.

Foto: BKC AM, Shutterstock

 

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