19. August 2020, 13:50
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Hochzinsanleihen: Auswahl in den USA und den Schwellenländern unterschiedlich

Dauerhaft niedrige Zinsen und die anhaltenden Ungewissheiten der Corona-Krise stellen Anleiheinvestoren vor Herausforderungen. Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei Capital Group, gibt einen Ausblick für das hochverzinsliche Anleihesegment und beschreibt, welche Makro- und Marktszenarien denkbar sind. Für ihn zentral: „In ungewissen Zeiten wie diesen sollten Investoren sich auf die mittel- bis langfristige Perspektive konzentrieren.“

Prozent-Pfeil-750 in Hochzinsanleihen: Auswahl in den USA und den Schwellenländern unterschiedlich

 

Zwischen Optimismus und Pessimismus 

Die Bandbreite möglicher Makro- und Marktentwicklungen sei mit Blick nach vorne sehr groß, die Spanne reiche von optimistischen bis hin zu pessimistischen Szenarien. Ein optimistisches Szenario bestünde beispielsweise dann, wenn Therapien und Impfstoffe entwickelt würden, die die Auswirkungen der Covid-19-Ausbrüche erfolgreich abschwächten und zeitgleich Unterstützung durch Regierungen und Zentralbanken stattfände. Ein pessimistisches Szenario wäre hingegen, wenn die Therapie- und Impfstoffentwicklung die Märkte zeitlich und in Bezug auf die Wirkkraft enttäuschen würde und die Unterstützung der Fiskal- und Geldpolitik sukzessive nachließe.

„Für Investitionen in hochverzinsliche US-Rentenpapiere ist daher ein ausgewogenes Portfolio über Sektoren ratsam, die sich bei einem positiven Szenario gut entwickeln und solche, die bei einem eher negativen Szenario über eine gewisse Stabilität verfügen“, sagt Becker. „Bei Schwellenländer-Anleihen kann ein über Regionen, Währungen und Kreditqualität diversifiziertes Portfolio mittelfristig ebenfalls eine attraktive Gesamtrendite erzielen.“ 

Langfristig negativ beeinflusste US-Sektoren meiden

Mit Blick auf die Weltwirtschaft gibt es insgesamt Anzeichen für eine Stabilisierung. Die USA und weitere Länder lockerten ihre Einschränkungen und die Wirtschaft scheine ihren Tiefpunkt von April überwunden zu haben – allerdings werde diese Erholung auf Grund erneut steigender Infektionszahlen in einigen Ländern nicht so schnell stattfinden wie zunächst gedacht. Wichtig sei, jene Marktbereiche zu meiden, die längerfristig negativ beeinflusst sein könnten. So waren im zweiten Quartal etwa große Probleme im US-Energiesektor zu beobachten, in dem Chesapeake Energy, Whiting Petroleum und Valaris ihre Anleihen nicht bedienten.

Auch gegenüber zyklischen Konsumgütern sowie Investitionsgütern empfehle sich eine defensive Positionierung. Da sich der Markt im Vergleich zu vor der Krise jedoch noch nicht vollkommen erholt habe, seien noch immer Relative-Value-Opportunitäten zu finden. In einem umfassend diversifizierten Portfolio dürften US-High-Yield-Anleihen auch weiterhin für recht attraktive laufende Erträge sorgen. 

Rendite- und Volatilitätspotenziale in den Emerging Markets 

Im zweiten Quartal hätten sich Schwellenländer-Anleihen deutlich erholt und sowohl Lokal- als auch Hartwährungsanleihen verzeichneten hohe Gewinne, da der allmähliche Neustart der Weltwirtschaft die Risikobereitschaft der Anleger steigen ließ. Kurzfristig könne die Volatilität zwar wieder steigen, eine erneute große Krise sei jedoch unwahrscheinlich. Bisherige koordinierte Notenbankmaßnahmen hätten zu einer weltweiten Liquiditätsschwemme geführt, die höher verzinsliche Assetklassen wie Emerging-Market-Papiere gestützt hätte.

Von einer zukünftigen längeren und stärkeren Erholung der Weltkonjunktur dürften Schwellenländer-Anleihen profitieren. Insgesamt hätten sich Fundamentaldaten und Bewertungen zwar wieder angenähert, manche Titel seien absolut wie relativ aber noch immer attraktiv bewertet und böten Opportunitäten. So könnten die Spreads von Hartwährungsanleihen weiter zurückgehen, da Investoren ihre Portfolios aus Industrieländerstaatsanleihen mit niedrigen oder gar negativen Renditen um höher verzinsliche Titel ergänzen wollten. 

Foto: Shutterstock

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