25. Mai 2020, 10:42
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Inflation in Lauerstellung: Wann schlägt sie zu?

Mit viel Geld gehen die meisten Staaten gegen die Folgen der Pandemie vor. Rund 8.000 Milliarden US-Dollar sind bereits zugesagt, weitere Programme werden aufgelegt. Eigentlich ein optimaler Nährboden für Inflation. „Trotzdem sehen wir noch keine erhöhte Inflationsgefahr – sie wartet und lauert auf ihre Gelegenheit“, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.

Ivan-Mlinaric-Gescha Ftsfu Hrer-Quant Capital-Management-GmbH in Inflation in Lauerstellung: Wann schlägt sie zu?

Ivan Mlinaric, Geschäftsführer Quant.Capital Management GmbH

Ivan Mlinaric, Geschäftsführer Quant.Capital Management GmbHEs sind vor allem institutionelle Anleger, die die Inflation bereits jetzt wieder in ihre Anlageentscheidungen aufnehmen. „Es gibt ja auch nicht wenige Marktstrategen, die wegen der Geldflut für die kommenden Jahre eine stark steigende Inflation sehen“, sagt Mlinaric. „Irgendjemand wird all dieses Geld ja schließlich in den Umlauf bringen.“ Das ist richtig, allerdings ist aktuell noch kein Inflationsdruck erkennbar.

„Derzeit dominieren die Effekte, die gegen eine Inflation sprechen“, sagt Mlinaric. Die globale Multi-Krise führt zu einer historisch niedrigen Kapazitätsauslastung. Die letzten Daten aus den USA liegen tiefer als selbst zur Kernzeit der Finanzkrise 2008/2009. Die Erwartungen für die Eurozone im zweiten Quartal deuten auf ähnliche Tiefststände hin. Dazu kommt, dass die Industrieproduktion in Rekordtempo im Rückwärtsgang fährt, der Druck auf einen Investitionsschub ist extrem gering. „Außer im mittlerweile unwahrscheinlichen Szenario einer weltweiten V-förmigen Erholung dürfte sich dieser Unterdruck auf absehbare Zeit kaum auflösen“, sagt Mlinaric.

Auf der Nachfrageseite dominieren Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Solvenzängste. Die Einzelhandelsumsätze in den USA (ohne Automobile) sind im April um 17,2 Prozent gegenüber März eingebrochen. In der Eurozone betrug der Rückgang der Einzelhandelsumsätze im März gegenüber Februar -11,2 Prozent. Die schlimmsten monatlichen Veränderungen in der Finanzkrise betrugen lediglich -4,0 Prozent in den USA und -1,8 Prozent in der Eurozone. Auch ist hier eine Erholung nicht über Nacht zu erwarten. „Daten aus China deuten darauf hin, dass nach der Öffnung zwar die Arbeitsplätze wieder aktiviert wurden, die Menschen aber ihr Konsumverhalten immer noch im Krisenmodus belassen“, so Mlinaric.

Ein Investitionsschub ist nicht absehbar und die Nachfrageseite weist ebenfalls nicht auf eine Inflation hin. Die volkswirtschaftliche Aktivität lässt insgesamt nach. In normalen Zeiten mag das Drucken von frischem Geld das Inflationsrisiko erhöhen. Im Moment aber sitzt die Inflation noch lauernd auf der Bank und wartet auf normale Zeiten.

Foto: Quant.Capital Management, Shutterstock

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