22. Juni 2020, 14:55
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Kreditwürdigkeit verspielt: Moody’s entzieht Wirecard Einstufung – Gefahr einer Insolvenz?

Ein Totalabsturz: Vor einem Jahr lag der Wert der Wirecard-Aktie bei 151 Euro. Heute sind es nur noch knapp über 15 Euro. Nun hat die Ratingagentur Moody’s dem vom Bilanzskandal erschütterten Zahlungsabwickler Wirecard die Einstufung für die Kreditwürdigkeit komplett entzogen. Droht nun sogar eine Insolvenz? 

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Moody’s begründete den Schritt am Montag damit, dass die vorliegenden Informationen unzureichend seien, um die bisherigen Einstufungen aufrecht zu erhalten und eine Bewertung über die Kreditwürdigkeit abzugeben. Am Freitag hatte Moody’s die Kreditwürdigkeit von Wirecard bereits auf “Ramsch” herabgestuft.

Der Dax-Konzern hatte in der Nacht zu Montag mitgeteilt, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro “mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen”. Die Gesellschaft war bisher von der Existenz dieser Konten ausgegangen und hatte sie als Aktivposten ausgewiesen. 

Auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt zeigte sich Felix Hufeld, Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, erschüttert und sprach von einem “totalen Desaster”, berichtet tagesschau.de. Es sei eine Schande, dass so etwas wie bei Wirecard passiert sei. Private und öffentliche Institutionen, inklusive seiner eigenen Behörde, hätten versagt. “Wir sind nicht effektiv genug gewesen, einen solchen Fall zu verhindern. Ich nehme die öffentliche Kritik voll und ganz an.”

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing sprach auf der gleichen Veranstaltung von einem “ernsten Problem für die Aktienkultur und die Corporate Governance in Deutschland”. Er forderte deshalb schnellstmöglich Transparenz. Die Münchner Staatsanwaltschaft wollte nicht sagen, ob sie die bereits laufenden Ermittlungen nun ausweitet. “Wir prüfen alle in Betracht kommenden Straftaten”, sagte eine Behördensprecherin lediglich.

Auch eine Insolvenz von Wirecard ist nicht mehr ausgeschlossen. Da Wirecard keine testierte Bilanz vorweisen kann und jetzt auch noch einräumen muss, dass die angeblich verschwundenen 1,9 Milliarden aus der Bilanz offenbar nicht existieren, könnten die Institute unter Führung von Commerzbank, Landesbank Baden-Württemberg und den beiden niederländischen Großbanken ABN Amro und ING das Darlehen, das erst am Ende der Laufzeit inklusive Zinsen zurückgezahlt werden muss, sofort fällig stellen. (dpa-AFX)/tageschau.de

Foto: Shutterstock

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