2. Juni 2020, 08:24
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Künstliche Intelligenz wird grün

Vertikale Farmen, vernetzte Kühe, autonome Traktoren, Sprühdrohnen – der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) verändert die Landwirtschaft überall auf der Welt. Intelligente High-Tech-Systeme sollen zur Beantwortung der komplexen Frage beitragen könnte: Wie soll man die 10 Milliarden Menschen, zu 80 Prozent in Städten lebend, die im Jahr 2050 unsere Erde bevölkern werden, ernähren und gleichzeitig die Umweltauswirkungen verringern? Schließlich muss die landwirtschaftliche Produktion nach Schätzung der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, um 70 Prozent wachsen.

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Ungeheures Potenzial

Die auf Algorithmen und KI beruhende Agrarrevolution erweist sich in allen landwirtschaftlichen Sektoren als hervorragender Innovations- und Wachstumshebel. Dabei kombiniert die High-Tech-Landwirtschaft Big Data, 5G sowie das Internet der Dinge und erfindet resiliente Praktiken, um die Arbeit der Landwirte zu optimieren. Beispielsweise entwickelt das auf dem Gebiet der Präzisionspositionierung führende amerikanische Unternehmen Trimble Steuerungs- und Automatisierungssysteme, die erhebliche Produktivitätssteigerungen ermöglichen. Unkrautvernichtungsdrohnen, vernetzte Melkmaschinen, Hydrokulturen: Mit diesen Technologien könnte der landwirtschaftliche KI-Markt laut Goldman Sachs Global Investment Research bis zum Jahr 2050 auf 250 Milliarden US-Dollar anwachsen. Allein der Markt für Agrardrohnen wird nach Schätzung von PwC bis 2025 voraussichtlich mehr als 32 Milliarden US-Dollar betragen.

Digitalisierte Landwirtschaft 4.0 

KI-Lösungen erleichtern die Automatisierung der Saatgutsortierung, verbessern das Ressourcenmanagement, reduzieren den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder erkennen mithilfe digitaler Sensoren Wasserstress bei Pflanzen. Sie verbessern das Management und die Kontrolle der Nutzpflanzen in Bezug auf Krankheiten und Schädlinge. Die vernetzten Lösungen von Splunk, einem Datenverarbeitungsspezialisten, oder John Deere, dem Erfinder des Streichblechpflugs aus Edelstahl, kommen der Erde mit Big Data zur Hilfe. Der in Illinois ansässige Konzern erwarb kürzlich Blue River Technologies für 305 Millionen US-Dollar, um Sprühgeräte zu entwickeln, die sofort auf Windänderungen reagieren und so den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln auf ein Zehntel des aktuellen Verbrauchs reduzieren können.

Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens können auf Grundlage mehrerer Parameter die Entwicklung von landwirtschaftlichen Betrieben vorhersagen, und es gibt bereits viele Projekte im Dienste einer verantwortungsvollen Landwirtschaft. Dies ist der Fall beim Digital Urban Farming, einem in der Nähe von Lyon in Frankreich angesiedelten Projekt der Atos-Gruppe, oder bei vertikalen Farmen in Japan: Die A-Plus-Farm produziert 20.000 Salatköpfe pro Tag und dürfte im Vergleich zu einem traditionellen Betrieb fünf Mal weniger Arbeitskräfte benötigen. Ein Phänomen, das durch die Auswirkungen des Klimawandels beschleunigt und von großen Unternehmensgruppen wie Microsoft und Nvidia unterstützt wird.

Wir verfolgen diese Unternehmen, bei denen aufgrund ihrer Führungsrolle und ihrer erstaunlichen Innovationsfähigkeit in Zukunft mit hohem Wachstum zu rechnen ist, weiterhin sehr aufmerksam. Die mit dem KI-Zeitalter einhergehenden Wettbewerbsvorteile werden den Digitalisierungswettlauf, den sich die Branchen auf internationaler Ebene liefern, weiter befeuern. Aktienauswahl und Pragmatismus bleiben auch in Zukunft die beiden Säulen, auf denen wir die weitere Entwicklung des Echiquier Artificial Intelligence aufbauen.

Foto: Shutterstock

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