26. Juni 2020, 08:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Scholz will wegen Wirecard wirksamere Aufsicht

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat das Gebaren des Zahlungsdienstleisters Wirecard heftig kritisiert und härtere Regulierung in Aussicht gestellt. “Der Fall Wirecard AG ist ein Skandal, der in der Finanzwelt schon seinesgleichen sucht”, sagte Scholz am Donnerstag in Berlin. “Wir müssen unsere Aufsichtsstrukturen auch überdenken.”

219746657 in Scholz will wegen Wirecard wirksamere Aufsicht

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)

Was sich in dem Unternehmen zugetragen habe, müsse nun “schnell und gründlich” aufgeklärt werden, sagte Scholz. “Ein solcher Skandal wie bei Wirecard muss ein Weckruf sein, dass wir mehr Aufsicht über und Kontrolle für die Finanzmärkte brauchen als wir sie heute haben.”

Der Staat müsse in der Lage sein, “komplizierte internationale Firmenkonstrukte wie Wirecard” effizienter und wirksamer zu kontrollieren. Er habe sein Ministerium beauftragt, ihm in den nächsten Tagen ein Konzept dafür vorzulegen. Sollten rechtliche, gesetzgeberische oder regulatorische Maßnahmen nötig werden, werde man sie ergreifen.

Der in einen Milliardenskandal verstrickte Zahlungsdienstleisters Wirecard hatte am Donnerstag wegen Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet.

Dank an Bafin-Chef Hufeld

Es stellten sich kritische Fragen an Vorstand und Management und auch die beteiligten Wirtschaftsprüfer, sagte Scholz, der aber auch auf die Rolle der Aufsichtsbehörden zu sprechen kam. “Auch hier müssen die Strukturen durchleucht, mögliche Fehler rasch identifiziert und dann natürlich sofort abgestellt werden.”

Er sei dem Chef der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, für seine klaren Worte dankbar und erwarte nun ebenso klare Taten. Hufeld hatte von einem “kompletten Desaster” gesprochen und eingeräumt: “Wir sind nicht effektiv genug gewesen, um zu verhindern, dass so etwas passiert.” (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Wieder erste Erholung bei Beitragseinnahmen der Rentenkasse

In der Rentenkasse zeigt sich trotz der Corona-Krise eine erste Erholung. Es gehe bei den Einnahmen “aktuell wieder nach oben”, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im März und April habe es als Folge massiver Corona-Beschränkungen geringere Beitragseingänge gegeben.

mehr ...

Immobilien

Remote statt tot: Wie Digitalisierung dem Makler mehr Servicequalität verleiht

Die Chance in der Krise: Die aktuelle Corona-Situation zeigt, wie wichtig kompromisslose Digitalisierung auch für das klassische People-Business sein kann. Wohnungsbesichtigungen am Laptop, Exposés aus dem heimischen Arbeitszimmer, Beratung per Zoom-Call…Wie digital ist die Maklerlandschaft wirklich? Ein Kommentar von Sebastian Wagner, Gründer und CEO von Hausgold.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...