13. August 2020, 10:52
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Tesla und Apple vor Aktiensplit – Kurskatalysator oder Kursbremse?

Der Mega-Konzern mit dem Apfel im Logo wird in rund anderthalb Wochen einen Aktiensplit durchführen, der E-Mobilitätspionier kurz darauf ebenfalls. Welche Implikationen das für die Apple- und die Tesla-Notierung haben könnte, erklärt Investing.com-Analyst Robert Zach.

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Wenn am 24. August der Tech-Riese Apple einen Aktiensplit durchführen wird, hat das schon fast etwas Historisches. Denn seit Gründung des Unternehmens vor rund 40 Jahren hat es das bislang erst viermal getan, zuletzt im Jahr 2014. Die Frage, die sich vielen Börsianern angesichts der Kursrally der vergangenen Jahre stellt: Kann dieser nächste Split der Apple-Notierung weiteren Auftrieb geben? Bei Tesla sind sich die Börsianer schon jetzt sicher: Nach der jüngsten Ankündigung des ersten Splits, den der E-Autobauer am 31. August vollziehen will, stiegen dessen Aktien deutlich.

Aktiensplit als Garan für steigende Kurse?

Das Hauptargument derer, die einen Aktiensplit als Garanten für steigende Kurse sehen, ist die höhere Attraktivität für Privatanleger, da für diese die Papiere dann dank des niedrigeren Preisniveaus handelbarer sind. Dem ist zwar auch nicht zu widersprechen, allerdings sollte der Effekt vor allem aus einem Grund nicht überschätzt werden: Diejenigen, deren Aktivitäten den Markt bestimmen – und das sind institutionelle Investoren –, hantieren mit derart großen Summen, dass ihnen egal ist, ob Apple und Tesla einen zwei-, drei- oder vierstelligen Kurswert haben. 

Nicht immer ein positiver Effekt

Ein Blick zurück zeigt sogar, dass unmittelbar nach einem Split, etwa in den ersten vier Wochen danach, nicht immer zwangsläufig ein positiver Effekt einsetzt. Das war beispielsweise beim letzten Split von Apple (9. Juni 2014) so, als es erst einmal hinunterging mit dem Kurs (siehe Chart unten links). Zur Wahrheit gehört andererseits allerdings auch, dass die Aktie danach zugelegt hat; die längere Sicht von mehreren Monaten (siehe Chart rechts) zeigt das deutlich.

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Ähnliches lässt sich auch für den Zeitraum nach dem bislang letzten Split des E-Commerce-Giganten Amazon (2. September 1999) feststellen: Erst nach ein paar Wochen der relativen Trägheit legte die Aktie zu (siehe Charts unten). 

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Bei der Google-Mutter Alphabet ging es nach dem Split vom 3. April 2014 sogar zuerst einmal abwärts mit der Notierung, bevor diese sich rund einen Monat in Richtung Norden aufmachte (siehe Charts unten).

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Das alles muss aber nicht heißen, dass ein Split etwas Schlechtes für den weiteren Kursverlauf einer Aktie bedeuten muss, im Gegenteil. Es dürfte nur weniger der Split selber sein, der die Notierung beflügelt, als vielmehr seine Ursache. Schließlich führt das Unternehmen ihn wegen eines nominal hohen Kurses durch – und das wiederum basiert in der Regel auf einer starken Performance im Vorfeld. Wenn man so will, ist ein Aktiensplit also oftmals ein Ausdruck eines Luxusproblems – die Aktie ist einfach schon stark gestiegen. Gemäß dem alten Börsianer-Bonmot „The trend is your friend“ sollte daher ein Aktiensplit zumindest kein Verkaufsargument für die Aktie eines Unternehmens darstellen, dessen Geschäftsmodell an der Börse offenbar zu überzeugen weiß.

Robert Zach ist Marktanalyst bei Investing.com und seit 2009 an den Finanzmärkten aktiv. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft und der Ausbildung bei einer Bank war Robert Zach für eine renommierte Prop-Trading-Firma in Hongkong und Bangkok tätig, bevor er 2017 zu Investing.com kam.

Foto: Shutterstock

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