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US-Wahl 2020: Warum Trump die Wahlbeteiligung gering halten will

“Das Aussetzen der Handelsgespräche zwischen den USA und China sei als Wahlkampfgeplänkel zu verstehen”, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Schwerer wiegt seiner Meinung nach Trumps Taktik, die Briefwahl zu erschweren und in Covid-19-Zeiten mit langen Schlangen vor den Wahllokalen Millionen von Wählern abzuschrecken. „Die geringe Wahlbeteiligung in einigen Swing-Staaten ließ Hillary Clinton bei ihrer Kandidatur für das Weiße Haus scheitern.“

„Die Handelsgespräche zwischen den USA und China wurden zwar ausgesetzt, dennoch sehen wir nur geringe Risiken für den Phase 1-Deal. Der US-Wahlkampf wirft hier seine Schatten voraus. Die Ereignisse in Washington dürften das Denken der Anleger in den kommenden Monaten dominieren.

Solider Vorsprung der Demokraten wird kleiner

Vorerst haben die Demokraten einen soliden Vorsprung vor den Republikanern, aber in den vergangenen Tagen schien dieser Vorsprung kleiner zu werden – insbesondere im Rennen um den Senat. Republikanische Strategen sind offenbar zu dem Schluss gekommen, dass sie wenig tun können, um Trumps Zustimmungsrate von lediglich 40 Prozent zu erhöhen. Deshalb versuchen sie, Joe Biden anzugreifen, in der Hoffnung, seine Ratings auf ein ähnlich niedriges Niveau zu bringen.

Trump will für lange Schlangen vor den Wahllokalen sorgen

Auffällig ist eine weitere Taktik, die Donald Trump noch am Wahltag, dem 3. November, in die Hände spielen soll: Der stillschweigende Wunsch, die Wahlbeteiligung zu begrenzen. Die Briefwahl soll erschwert werden, um infolgedessen lange Wartezeiten in den Wahllokalen zu verursachen. Millionen von politisch uninteressierten Wählern sollen damit abgeschreckt werden. Die Politstrategen um Trump wissen: Nicht zuletzt ließ die geringe Wahlbeteiligung in einigen Swing-Staaten Hillary Clinton bei ihrer Kandidatur für das Weiße Haus scheitern.

Wahl zwischen zwei Kandidaten für die wenig Symphatien bestehen

Auch bei der 59. Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten im November sind die Wähler wieder einmal aufgefordert, zwischen zwei Kandidaten zu wählen, für die sie wenig übrig haben. Noch hat die Wahl keinen allzu großen Einfluss auf die Finanzmärkte. Das wird sich ändern, sobald das politische Geschehen für einen heißen Herbst sorgt.

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