14. Oktober 2020, 06:01
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US-Wahlen: Wie Anleger sich vor möglichen neuen fiskalischen Stimuli positionieren sollten

Vor und nach den US-Wahlen könnten weitere konjunkturstützende Maßnahmen folgen. Welche Vermögenswerte hiervon profitieren könnten und wie Anleger sich positionieren sollten, das erklärt Mobeen Tahir, Associate Director bei WisdomTree in einer weiteren Folge der Reihe “Ein Blick auf die Märkte”.

Mobeen-Tahir -Associate-Director Research -WisdomTree in US-Wahlen: Wie Anleger sich vor möglichen neuen fiskalischen Stimuli positionieren sollten

Mobeen Tahir, WisdomTree

Nach einem glanzlosen September zeigen die US-Aktien im Oktober Auftrieb. Der NASDAQ-100-Index stieg um über 2,7 Prozent, der S&P-500-Index seit Monatsbeginn um über 3,4 Prozent. Anfangs waren die Märkte von den Verzögerungen bei den lang erwarteten fiskalischen Stimulierungsmaßnahmen in den USA enttäuscht. Nun scheinen sie die starken Effekte dieser Maßnahmen, die jederzeit – vor oder nach den US-Präsidentschaftswahlen – auftreten können, einzupreisen. Doch welche Vermögenswerte könnten davon profitieren und wie könnten sich Anleger positionieren?

Was geschah beim letzten Mal?

Als Ende März in den USA ein fiskalischer Stimulus in Höhe von zwei Billionen Dollar angekündigt wurde, wurde er zu einer wichtigen Triebkraft, die die Märkte zum Drehen brachte. Die Aktienindizes erholten sich stark, selbst zu einer Zeit, als die Schäden der Pandemie für die Realwirtschaft am schlimmsten waren. Dieses Paradoxon wurde weniger rätselhaft, wenn man es in Verbindung mit der Rallye des Goldpreises betrachtet – der von den Anlegern effektiv zur Absicherung ihrer Risiko-Exponierung, einer Verkaufsoption für Aktien, genutzt wurde (siehe Abbildung unten).

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Von gelernten Lektionen

Anleger können aufgrund der Historie der letzten Stimuli einige Lehren ziehen, um ihre Portfolios vor und nach der nächsten fiskalischen Stimulierung in den USA mit den besten Erfolgschancen auszurichten:

  1. Denken Sie an Aktien, aber treffen Sie eine sorgfältige Auswahl: Die Rallye der Aktien seit März war nicht für alle Sektoren und Faktoren gleich günstig. Die klaren Gewinner waren bisher Technologieunternehmen und solche, die sich als “hochwertige” Unternehmen qualifizieren, d.h. Unternehmen, die während der Krise eine hohe Rentabilität aufrechterhalten haben. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend zumindest solange fortsetzt, bis die Bedrohung durch das Virus sinnvoll überwunden ist.
  2. Denken Sie an Risiken und an Diversifizierung: Risiken und Unsicherheiten für die Aktienmärkte sind nach wie vor im Überfluss vorhanden – der Verlauf der Pandemie und die wirtschaftliche Erholung sind nach wie vor höchst unsicher. Daneben ist der Ausgang der US-Wahlen und die Auswirkungen auf kritische Themen wie den Handel sind noch offen. Wenn Diversität nach dem vorherigen Impuls zu Beginn des Jahres wünschenswert und fruchtbar war, dann sollte sie auch jetzt noch erforderlich sein.
  3. Denken Sie an Wachstum und an Inflation: Fiskalische Anreize können die gute Art von Inflation erzeugen. Dazu gehört eine Nachfrage-Sog-Inflation, die durch einen Anstieg der Gesamtnachfrage in der Wirtschaft angetrieben wird. Dies geht mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit einher. Zyklische Vermögenswerte wie Aktien und Industriemetalle bieten eine natürliche Absicherung gegen diese Art von Inflation, da ihre Nachfrage wächst, wenn die Wirtschaft an Fahrt gewinnt. Gold hingegen dient als effektive Inflationsabsicherung, da es ein echter “Wohlstandsspeicher” ist, da steigende Preise den realen Wert von Fiat-Währungen untergraben.

Fotos: WisdomTree, Shutterstock

 

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