19. Mai 2020, 10:11
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Wie Asiens Schwellenländer die Krise bewältigen

Kurzfristig hilft die massive fiskal- und geldpolitische Reaktion der Industrieländer auch den Schwellenländern: Sie stützt die Auslandsnachfrage und federt Kapitalabflüsse ab. Die schwächeren Schwellenländer Asiens haben derzeit zu kämpfen, und auch die stärkeren müssen sich auf eine noch schnellere De-Globalisierung vorbereiten. Jedes Land hat dabei seine eigenen Herausforderungen, sei es mit der Eindämmung des Virus oder im Umgang mit begrenzten fiskalischen und monetären Optionen. Wer in Schwellenländern investiert, sollte daher sehr selektiv vorgehen, rät das Multi-Asset-Team von Nikko AM.

Emerging-Markets in Wie Asiens Schwellenländer die Krise bewältigen
Asien: First in, first out
Die rasche Eindämmung des Virus in China war für die Region eindeutig vorteilhaft, aber angesichts der beeinträchtigten Exportnachfrage – insbesondere von den überaus wichtigen US-Verbrauchern – sind die Aussichten inzwischen weniger klar. Darüber hinaus droht eine schnellere De-Globalisierung, da sich viele Staaten der Schwäche globaler Lieferketten in Krisenzeiten bewusst geworden sind. China hat den Schwerpunkt seiner Stimulierung auf den heimischen Privatsektor gelegt; die Nachfrage in den übrigen Schwellenländern dürfte gedämpft bleiben.

Norden erholt sich schneller

Die Aussichten für das übrige Asien sind für den Norden andere als für den Süden. Südkorea und Taiwan ist es gelungen, das Virus einzudämmen und vom Neustart der chinesischen Lieferketten zu profitieren, insbesondere vom Anschub der Privatwirtschaft mit den Schwerpunkten auf 5G-Technologien und dem industriellen „Internet der Dinge“. Die ASEAN-Staaten und Indien sind dagegen noch immer mit der Eindämmung des Virus beschäftigt; angesichts der tiefgreifenden Auswirkungen auf die Nachfrage vor Ort, des stockenden Tourismus und der schwachen Exportnachfrage fallen die wirtschaftlichen Stimuli in diesen Staaten relativ gering aus.

Indien und Indonesien besonders anfällig

Bei der Abflachung der Infektionskurve liegen Indien und Indonesien hinter ihren Nachbarn zurück. Beide Länder haben schwache Gesundheitssysteme, große einkommensschwache Bevölkerungen und weniger Möglichkeiten, um einen Lockdown finanziell zu überbrücken. Das Einfrieren der Wirtschaftstätigkeit verursacht beide Ländern erhebliche Probleme. In Indien sind fast zwei Drittel der Erwerbsbevölkerung entweder selbständig oder als Gelegenheitsarbeiter tätig – und damit von Mobilitätseinschränkungen stark betroffen. In Indonesien hat rund die Hälfte der Erwerbsbevölkerung, viele davon aus dem Agrarsektor, im April aufgehört zu arbeiten.

Die indische Regierung hat bereits die Beschränkungen gelockert, damit einige Aktivitäten wieder aufgenommen werden können, obwohl die Zahl der neuen Fälle weiter gestiegen ist. Indonesien dagegen verhängt immer weitere Restriktionen, einschließlich eines Reiseverbots aus Jakarta, dem Epizentrum des Ausbruchs. Angesichts einer Sterblichkeitsrate von zeitweise 7,8% erscheint das sinnvoll.

Immerhin verfügen beide Länder über eine sehr junge Bevölkerung. Die Sterblichkeitsrate dürfte insgesamt daher niedriger sein – es sei denn, die Gesundheitssysteme sind überlastet und ein mangelnder Zugang zur Behandlung führt zu unnötigen Todesfällen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, welche Faktoren schwerer wiegen.

Foto: Shutterstock

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