6. Juli 2020, 08:42
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Wirecards Kerngeschäft seit Jahren mit Verlusten

Die mutmaßlichen Luftbuchungen beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard sollten laut einem Pressebericht wohl auch auflaufende Verluste im eigenen Kerngeschäft kaschieren.

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Wirecard hatte nach mehrfachen Verzögerungen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr Mitte Juni einräumen müssen, dass rund 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten auf den Philippinen mit großer Wahrscheinlichkeit nie existiert haben.

In Europa und Amerika hätten die direkt unter Wirecard-Kontrolle stehenden Gesellschaften seit Jahren rote Zahlen eingefahren, berichtete die “Financial Times” (“FT”) am Sonntag unter Berufung auf Anhänge zur Sonderbuchprüfung durch KPMG.

2018, als Wirecard in den Dax aufstieg und die Commerzbank im Leitindex ersetzt hat, hätten die Geschäfte unter direktem Einfluss Wirecards einen operativen Verlust von 74 Millionen Euro gemacht. Auch im Jahr davor habe Wirecard in den Bereichen Geld verloren, während die offiziellen Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern stetig steigende Gewinne auswiesen. Das Unternehmen wollte die Informationen der Zeitung nicht kommentieren.

Wirecard hatte nach mehrfachen Verzögerungen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr Mitte Juni einräumen müssen, dass rund 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten auf den Philippinen mit großer Wahrscheinlichkeit nie existiert haben. Das Geld war offiziell für das sogenannte Drittpartnergeschäft in Asien vorgesehen, über das Wirecard nach eigener Darstellung Geschäfte in Ländern ohne eigene Lizenz abwickelte.

Top-Manager untergetaucht

Inzwischen hat Wirecard Insolvenz angemeldet, Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet. Öffentlich gemacht hat die Staatsanwaltschaft, dass gegen Ex-Chef Markus Braun, den ebenfalls gefeuerten Top-Manager Jan Marsalek und andere wegen Verdachts unrichtiger Angaben und Marktmanipulation ermittelt wird. Braun hat sich den Behörden gestellt und ist nach Zahlung einer millionenschweren Kaution auf freiem Fuß, Marsalek ist untergetaucht.

Ende April hatte der im vergangenen Herbst angestoßene Sonderbericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG die seit längerem umlaufenden Zweifel an den Gepflogenheiten des Unternehmens aus dem Münchener Vorort Aschheim untermauert und wichtige Fragen offen gelassen. Der veröffentlichen Version des KPMG-Sonderberichts fehlen die von der “FT” nun angeführten Anhänge. Ende Januar 2019 hatte die “FT” mit internen Unterlagen zum Asiengeschäft einen herben Kurssturz der Aktie ausgelöst. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

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