Plattform Cake Defi aus Singapur erhält erste Lizenz in einem EU-Land

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Die Finanz-Plattform Cake DeFi mit Sitz in Singapur hat nach eigenen Angaben eine Kryptowährungslizenz in Litauen erhalten und will in weitere EU-Länder expandieren. Anfang des Jahres hatte die BaFin noch vor der Plattform gewarnt, weil die notwendige Erlaubnis fehlte.

Die in Litauen erworbene Lizenz berechtige die Plattform, Dienstleistungen für den Austausch von Kryptowährungen zu erbringen und Kryptowährungsdepots in Litauen bereitzustellen und zu verwalten, lässt Cake CeFi über eine PR-Agentur in München mitteilen.

Die Lizenz sei der erste Schritt der Cake Defi Zulassungs-Strategie, denn sie erleichtere die Registrierung und Zulassung in anderen Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), heißt es. Der zweite Schritt: In Kürze soll ein Antrag für eine Lizenz in einem weiteren europäischen Land wie Österreich folgen.

EU-weite Zulassung geplant

Langfristig sei dann eine Umwandlung in eine EU-weite Kryptowährungszulassung geplant, sobald die EU-Verordnungen über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) in Kraft treten, heißt es in der Mitteilung. Das MiCA-Rahmenwerk, das 2024 wirksam wird, wird Passporting-Rechte für Krypto-Lizenzen gewähren, die die Bedingungen des Rahmenwerks erfüllen.

„Die litauische Lizenz ist ein Meilenstein auf unserer Reise, um in unseren Zielmärkten vollständig lizenziert und reguliert zu sein“, wird Dr. Julian Hosp, Mitbegründer und CEO von Cake Defi, in der Mitteilung zitiert. In seinem Heimatland Singapur verfügt Cake Defi den Angaben zufolge über eine Ausnahmeregelung im Rahmen der Payment Services (Exemption for Specified Period) Regulations 2019, die von der Monetary Authority of Singapore („MAS“) gewährt wurde und es dem Unternehmen erlaubt, in und von Singapur aus zu operieren, während die MAS den Lizenzantrag für die Erbringung von digitalen Zahlungs-Token-Diensten bearbeite.

Zunächst im Visier der BaFin

In Deutschland hatte das Unternehmen seine Dienste zunächst ohne Zulassung angeboten und war damit ins Visier der hiesigen Finanzaufsicht BaFin geraten. Anfang 2022 informierte die Behörde darüber, dass sie gegen die Cake Pte. Ltd. ermittele und stellte klar, dass das Unternehmen keine Erlaubnis nach dem KWG zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen von Finanzdienstleistungen besitzt. Das Unternehmen werde nicht von der BaFin beaufsichtigt. Die Inhalte auf der Webseite cakedefi.com rechtfertigten laut BaFin die Annahme, dass die Gesellschaft unerlaubt Bankgeschäfte beziehungsweise Finanzdienstleistungen in Deutschland betrieb.

Die Mitteilung der Behörde enthielt – wie in unzähligen anderen Fällen unerlaubter und zum Teil offenbar krimineller Geschäfte auch – den allgemeinen Hinweis: „Die BaFin, das Bundeskriminalamt (BKA) und die Landeskriminalämter raten Verbraucherinnen und Verbrauchern, bei Geldanlagen im Internet äußerst vorsichtig zu sein und vorab gründlich zu recherchieren, um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen.“

„Unklare Mitteilung der BaFin“

Schon damals meldete sich das Unternehmen – sehr ungewöhnlich in solchen Fällen – über die Münchner PR-Agentur mit einem „Statement zur BaFin Meldung“ und einem „kurzen Update“ zu Wort. Trotz wiederholter Bemühungen um eine Klarstellung habe Cake Defi „nach der unklaren Mitteilung der BaFin“ keine Rückmeldung erhalten. Der Rechtsbeistand in Deutschland habe dem Unternehmen daher geraten, die deutsche Sprache von der Website zu entfernen.

Kurz darauf kündigte Cake DeFi an, eine Krypto-Lizenz in der EU zu beantragen. „Die zweideutige Mitteilung der BaFin führte zu unzutreffenden Spekulationen in den Medien und in der Netzöffentlichkeit über das Geschäft von Cake Defi. Seitdem haben wir unseren Betrieb wie gewohnt fortgesetzt, nachdem wir die deutsche Sprache von unserer Website entfernt haben. Wir beantragen diese Krypto-Lizenz proaktiv, um unseren deutschen und europäischen Kunden insgesamt die Gewissheit zu geben, dass Cake DeFi eine zuverlässige, vertrauenswürdige und transparente Plattform ist“, so CEO Hosp laut dieser PR-Information.

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