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Krisenmanagement: Kein Vertrauen in die Politik

Obwohl die Wirtschaft in Deutschland brummt, glauben 54 Prozent der Bundesbürger nicht, dass die Politik die Finanzkrise in den Griff bekommen wird. Einer Umfrage zufolge sind fast zwei Drittel (64 Prozent) der Meinung, den Politikern fehle es an fachlicher Kompetenz.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Rahmen einer Gemeinschaftsstudie des Fachgebiets Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und der Frankfurter Direktbank ING-Diba.

Fast drei Viertel der Bevölkerung gehen demnach davon aus, dass die Banken und Versicherungen nichts aus der Krise gelernt haben und „business as usual“ betreiben. 52 Prozent sind sogar überzeugt, dass die Finanzbranche sich nicht um politische Vorgaben der Regierung kümmern will, sondern Mittel und Wege in der globalisierten Welt finden wird, weiterzumachen wie bisher.

Die Ergebnisse belegen die tiefe Skepsis und das Misstrauen der Bürger in den Finanzsektor, der massive Hilfen von der Politik erhalten hat und jetzt zum Teil wieder Rekordgewinne erzielt. Entsprechend wenig erwarten die Bürger von der Politik: Drei Viertel der Befragten glauben, dass sie die Interessen des Finanzsektors mehr berücksichtigt als die der Steuerzahler.

Die Bürger sehen jedoch klar, dass diese Krise nicht nur zu ihren Lasten geht, sondern dass auch die Realwirtschaft, vor allem die Industrieunternehmen, Nachteile hat. Als Verursacher der Krise haben weit mehr als die Hälfte der befragten Bürger – neben der Finanzbranche – die Politik selbst im Blick. Sie habe die Finanzkrise mit verursacht, sagen 57 Prozent der 1.000 vom Meinungsforschungsinstitut Forsa Befragten.

“Mit leeren Floskeln wie ‘alternativlos’ oder mit ‘Basta-Politik’ lässt sich die Bevölkerung immer weniger Sand in die Augen streuen”, sagt Claudia Mast, Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. (hb)

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