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Reeder wechseln nach Reform zurück zur deutschen Flagge

Nach einer finanziellen Entlastung durch den Gesetzgeber hissen Reeder wieder die deutsche Flagge, wie der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mitteilt.

Die Flagge bestimmt, welches Recht auf einem Schiff gilt.

Am Montag soll als erstes Schiff ein Autofrachter der Reederei F. Laeisz im chinesischen Hafen von Zhoushan von der Flagge Gibraltars auf Deutschland umgeflaggt werden.

Seit dem Beginn der Schifffahrtskrise 2008 hatten die Reeder wegen hoher Kosten und strengerer Beschäftigungsvorgaben zahlreiche Schiffe aus dem deutschen Schiffsregister ausgeflaggt. Zuletzt fuhren nur noch 186 Schiffe unter Schwarz-Rot-Gold, bei einer deutschen Handelsflotte von insgesamt knapp 3.000 Schiffen. Allein in den vergangenen beiden Jahren verloren rund zehn Prozent der deutschen Seeleute ihren Arbeitsplatz.

Die Flagge bestimmt, welches Recht auf einem Schiff gilt. Die deutsche Flagge ist eine Qualitätsflagge, die ein hohes Niveau bei der Schiffssicherheit, dem Umweltschutz und den Arbeits- und Lebensbedingungen der Seeleute vorschreibt.

Reeder dürfen 100 Prozent der Lohnsteuer behalten

Reeder, Gewerkschaften und Regierung haben sich bei der maritimen Konferenz im vergangenen Jahr auf Maßnahmen zur Förderung der deutschen Flagge verständigt. Ab 1. Juni dürfen die Reeder 100 Prozent der anfallenden Lohnsteuer der Seeleute behalten, statt wie zuvor 40 Prozent. Auch die Verordnung über die Besetzung der Schiffe wurde verändert. Im Wesentlichen wurden damit international übliche Standards übernommen. (dpa-AFX)

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