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Pleite von Air Berlin: Nur wenige Fonds betroffen

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat heute Insolvenzantrag gestellt. Der Flugbetrieb soll weitergehen. Privatanleger von Flugzeugfonds sind nach einem ersten Check offenbar nur in geringem Ausmaß betroffen.

Flieger von Air Berlin sollen vorerst weiter planmäßig starten.

Air Berlin begründete den Insolvenzantrag heute damit, dass keine positive Fortbestehensprognose für die Air Berlin PLC mehr bestehe. Grund für diese Einschätzung sei, dass Hauptaktionär Etihad Airways erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.

Der Flugbetrieb wird durch einen Überbrückungskredit, der von der Bundesregierung zugesagt wurde, zunächst aufrecht erhalten. Lufthansa soll einen Teil des Geschäfts von Air Berlin übernehmen.

Vier Fonds mit Air Berlin

Private Anleger von Flugzeugfonds sind von der Insolvenz offenbar nur in geringen Ausmaß betroffen. Fast alle Maschinen, die in den letzten Jahren über Alternative Investmentsfonds (AIF) finanziert wurden, sind an andere Fluggesellschaften vermietetet.

Bei einem Schnellcheck auf Basis der ursprünglichen Emissionsprospekte fanden sich bei den bekannten Anbietern lediglich vier Fonds mit Air Berlin als Erst-Leasingnehmer: Zwei Airbus A 321 von CFB (Commerz Real) aus dem Jahr 2010 und die Flight Invest 47 und 48 von Hannover Leasing, die 2008 beziehungsweise 2011 platziert wurden.

Zumindest bei den beiden CFB-Fonds sollten die Verträge mit Air Berlin noch bis Ende 2018 laufen. Cash.Online wird die betroffenen Häuser um Informationen zum aktuellen Stand bitten.

(Aktualisierung 16.8.2017:) Commerz Real teilt auf die Anfrage mit, dass die Verträge der beiden CFB-Fonds mit Air Berlin noch bis Ende Januar 2019 laufen und ungeachtet des Insolvenzantrages bis auf Weiteres fortbestehen. Die Flugzeuge würden von Air Berlin aktuell an Eurowings (unter-) verleast. Dessen ungeachtet hätten die Fondsgesellschaften intern Optionen zur Verwertung vorgeprüft. Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Weitere CFB-Fonds sind von der Air-Berlin-Insolvenz demnach nicht betroffen. (sl)

Foto: Andreas Wiese / airberlin