19. September 2019, 12:00
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Allianz Global Wealth Report: Es gibt keine Gewinner

„Hätten allein die vier bevölkerungsreichsten Schwellenländer Indien, Brasilien, Indonesien und Russland eine ähnliche Vermögenshöhe und -verteilung wie China, gäbe es bereits heute 350 Millionen Menschen zusätzlich in der Vermögensmittelklasse und 200 Millionen mehr in der Vermögensoberklasse. Und die globale Vermögensverteilung wäre wohl auch etwas ausgeglichener: Ende 2018 entfielen auf die obersten zehn Prozent etwa 82% der globalen Nettovermögen. Globalisierung und freien Handel jetzt in Frage zu stellen, beraubt Millionen Menschen auf der ganzen Welt ihrer Aufstiegschancen.“

Vermögensoberklasse schrumpft in Westeuropa und Nordamerika

Bei der Analyse der Bewegungen zwischen den Vermögensklassen werden die Wunden der Finanz- und Eurokrise noch einmal deutlich. Während die Schwellenländer – vor allem in Asien – auf zwei Dekaden sozialen Aufstiegs zurückblicken können, sieht die Situation in Westeuropa und Nordamerika anders aus.

Bereinigt um das allgemeine Bevölkerungswachstum sind es allein diese beiden Regionen, in denen die Vermögensunterklasse seit 2000 wuchs (um 4% in Westeuropa) und die Vermögensoberklasse schrumpfte – um 6% in Westeuropa und 9% in Nordamerika. In Deutschland blieben die Zuordnungen dagegen relativ stabil.

Jenseits einfacher Verallgemeinerungen

Mit unserem eigenen Verteilungsindikator, dem Allianz Wealth Equity Indicator (AWEI), versuchen wir ein differenzierteres Bild der nationalen Verteilungsfrage im internationalen Kontext zu zeichnen, jenseits einfacher Verallgemeinerungen.

Teilweise decken sich dabei natürlich die Ergebnisse mit der allgemeinen Wahrnehmung, so zum Beispiel im Fall der USA, die eine extrem ungleiche Verteilung aufweisen, oder Japans, das dagegen eher zu den egalitären Gesellschaften zählt.

Der AWEI zeigt aber auch, dass die skandinavischen Länder – entgegen ihrem Image – eine eher ungleiche Vermögensverteilung aufweisen (Stichwort: hohe Immobilienschulden); auch Deutschland gehört zu dieser Gruppe (Stichwort: späte Wiedervereinigung).

Auf der anderen Seite zählen Italien und Spanien – trotz der Krisen der letzten Jahre – immer noch zu den Länder mit einer eher ausgewogenen Vermögensverteilung. Und der Indikator zeigt auch: Die Vermögensverteilung in China wird zusehends ungleicher.

Die Jahre des stürmischen Wachstums, in denen nahezu automatisch alle profitierten, sind vorüber. Die Verteilungsfrage gewinnt auch in China zunehmend an Dringlichkeit.

 

Foto: Shutterstock

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