Kaum Bewegung vor wichtigen Brexit-Entscheidungen

Der Dax dürfte sich auch am Dienstag vorerst kaum vom Fleck bewegen: Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsstart mit einem minimalen Minus von 0,01 Prozent auf 11 952 Punkte.

Nachdem sich das Börsenbarometer am Freitag charttechnisch freigeschwommen hatte, lauert es weiter auf einen Test der runden Marke von 12 000 Punkten. In Europa wird der EuroStoxx 50 0,1 Prozent tiefer erwartet.

Johnson will keine weitere Verlängerung

Nach dem US-Feiertag zu Wochenstart fehlt es aber noch an Impulsen, was sich bereits im asiatischen Handel zeigte. In den so wichtigen Handelsgesprächen zwischen den USA und China gibt es aktuell offenbar Schwierigkeiten bei der Terminfindung.

Bisher habe man sich noch nicht auf die Bedingungen für eine Wiederaufnahme geeinigt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Derweil kommt es in Großbritannien zu einem Kräftemessen um einen No-Deal-Brexit zwischen der Regierung und dem Parlament in London.

Die Opposition und eine Gruppe von etwa 20 Rebellen aus der konservativen Regierungsfraktion wollen Premierminister Boris Johnson per Gesetz zum Einlenken bei seinem harten Brexit-Kurs zwingen. Johnson will „unter keinen Umständen“ eine weitere Verlängerung der EU-Austrittsfrist über den 31. Oktober hinaus, seine Gegner einen Aufschub um drei Monate.

„Zeit drängt“

Zudem hieß es in Regierungskreisen, Johnson werde versuchen eine Neuwahl herbeizuführen, wenn sich die Rebellen im Parlament durchsetzen sollten. Als Datum dafür kursierte der 14. Oktober.

„Die Zeit drängt, denn all das muss diese Woche noch über die Bühne gehen, da das Parlament ab nächster Woche bis Mitte Oktober in Zwangspause ist“, schrieb Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Die möglichen Szenarien, die sich ergeben, seien unzählbar. Die Unsicherheit sei entsprechend hoch.

Aktien von Daimler stiegen an

Hierzulande stehen die Aktien von Thyssenkrupp nach einer skeptischen Studie im Fokus. Die Restrukturierung des Industriekonzerns gehe nur langsam vonstatten, schrieb Analyst Carsten Riek von der Schweizer Bank Credit Suisse. Für die Bilanz sieht Riek Risiken. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere knapp 1,7 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Montag.

Demgegenüber zogen die Aktien von Daimler auf Tradegate um gut 1,6 Prozent an. Die Schweizer Bank UBS hatte die Papiere des Autoherstellers zum Kauf empfohlen. Für die Aktien des Windanlagenbauers Nordex ging es nach einem Auftrag deutlich nach oben.

Wer profitiert

Der Batteriehersteller Varta will derweil wegen einer deutlich steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien die Produktionskapazität erneut erhöhen. Zudem schraubte die Commerzbank das Kursziel für die Papiere von 80 auf 110 Euro hoch. Damit zogen die Anteilsscheine auf Tradegate um mehr als 2 Prozent auf 77,60 Euro an. (dpa/AFX) 

Foto: Shutterstock

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