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Lagarde: Behält sie den Kurs von Draghi bei?

Nach der Wahl ist vor der Diskussion. Kernfrage der Kritiker und Befürworter derzeit, ist der Blick auf die zukünftige Ausrichtung der Politik durch die Europäische Zentralbank. Ein Kommentar von Andreas Billmeier, Western Asset Management und Francis Scotland. 

Christine Lagarde

Mit Christine Lagarde würde ein weiterer fähiger Kommunikator und Krisenmanager an der Spitze der EZB sitzen. Ihr bisheriger Werdegang als französische Finanzministerin könnte ihr dabei helfen, wo es sinnvoll ist, ihre ehemaligen Amtskollegen geschickt zu einem expansiveren finanzpolitischen Kurs zu bewegen.

Das würde die finanzpolitische Bürde der EZB reduzieren – ein Punkt, den auch Draghi in jüngster Vergangenheit immer wieder gemacht hat. Aus finanzpolitischer Sicht gehen wir davon aus, dass Lagarde den gemäßigten Kurs beibehält.

Wiederaufnahme des Wertpapierkaufprogramms?

Und mit Sicherheit würde sie sich einer Wiederaufnahme des Wertpapieraufkaufprogramms nicht verweigert, sollte die Not hierfür (noch) deutlicher werden.

Wir hoffen, dass ihr Defizit mit Blick auf institutionelle Kenntnisse – Duisenberg, Trichet und Draghi haben zuvor alle nationale Zentralbanken geleitet, bevor sie EZB-Präsident wurden, und kannten die europäischen Prozesse und das Prozedere daher – nicht zu einer stärker ausgeprägten Volatilität in der Kommunikation führen wird.

Dieses Risiko könnten wir gerade in der frühen Amtsperiode von Jerome Powell bei der amerikanischen Notenbank beobachten.