10. September 2019, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Stimmbiometrie als Authentifizierungsmethode für Alexa und co.

Letzten Freitag hat die Technikmesse IFA in Berlin eröffnet. Kurz vor dem Start haben Amazon und Grundig einen neuen Fernseher vorgestellt, der vom gesamten Wohnzimmer per Sprachsteuerung bedient werden kann. Bei der Präsentation legte Amazon den Schwerpunkt nicht auf Bildqualität, sondern auf die Möglichkeit, die Geräte per Sprachbefehl zu steuern.  

Alexa-amazon in Stimmbiometrie als Authentifizierungsmethode für Alexa und co.

Wie die Vorstellungen auf der IFA zeigen, geht der Trend dort hin, dass immer mehr Geräte über Sprachsteuerung bedient werden, doch Datenschützer sehen insbesondere ein Risiko für Minderjährige und unbeteiligte Besucher. Kinder könnten persönliche Informationen preisgeben oder mit ihrer Stimme Inhalte abrufen, die für sie nicht geeignet sind.

Brett Beranek, Vice-President & General Manager, Security & Biometrics bei Nuance Communications erklärt, wie Hersteller die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sicherer und noch nahtloser machen können:

Besseres Nutzererlebnis und geringeres Risiko

„Die Produktpräsentationen auf der IFA zeigen, dass immer mehr Geräte über Sprachsteuerung bedient werden. Dadurch besteht jedoch ein gewisses Risiko, dass Unbefugte oder Minderjährige Geräte bedienen, die sie nicht dürfen. Alexa bietet beispielsweise neuerdings durch „Alexa lerne meine Stimme“ persönliche Stimmprofile einzurichten und zu personalisieren.

Generell ist das ein guter Ansatz, mit Hilfe von Stimmbiometrie einzelne Personen zu identifizieren, um ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen. Allerdings sollten Hersteller, die Sprachsteuerung in ihre Geräte implementieren, einen Schritt weitergehen und Stimmbiometrie auch dafür nutzen, um Stimmprofile zur Authentifizierung zu nutzen.

So haben Anwender die Möglichkeit selbst zu bestimmen, welche Funktionen nur durch ein bestimmtes Stimmprofil ausgeführt werden können (wie z.B. Online-Bestellungen, bestimmte Inhalte aufrufen etc.) und letztendlich wessen Daten dann weitergegeben werden.

Um unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung auszuschließen, gibt es mit Systemen wie der Nuance Security Suite die Möglichkeit eine Blacklist zu verwalten mit deren Hilfe sich Stimmprofile sperren lassen. Einzelne Nutzer können so von der Sprachaufzeichnung ausgeschlossen werden.“ 

 Stimmbiometrie: „Meine Stimme ist mein Passwort“

Stimmbiometrie ist eine Technologie zur Sprecherauthentifizierung, die eine Sprachprobe erfasst, sie mit einem zuvor gespeicherten Stimmabdruck – meistens eine eingesprochene Phrase wie „Meine Stimme ist mein Passwort“ vergleicht und ermittelt, wie genau diese übereinstimmen.

Dabei enthält ein Stimmabdruck mehr als tausend einzigartige Merkmale einer Person, die einerseits durch physische Faktoren wie die Länge des Stimmtraktes oder der Nasenpassage und andererseits durch Verhaltensmerkmale wie Tonhöhe, Rhythmus oder den Akzent bestimmt werden. Selbst wenn jemand die Passphrase kennt, ist er nicht in der Lage, die Stimme des Sprechers vollständig zu imitieren. 

Nicht nur ein Sicherheitsaspekt

Stimmbiometrie hat aber nicht nur sicherheitsrelevante Vorteile: sie zielt auch darauf ab, den Nutzerkomfort zu erhöhen. Die Eingabe von PINs, Passwörtern oder Sicherheitsfragen im Sprachdialogsystem wird überflüssig und erlaubt die einfache sprachliche Eingabe von Passphrasen, was weniger aufwändig und gleichzeitig sicherer ist.

Stimmbiometrie findet heute vor allem in Call und Contact Centern Verwendung, vor allem im Finanz- und Bankensektor, bei Versicherungen, Telekommunikationsanbietern und in Behörden. Vermehrt kommt Stimmbiometrie auch zur Authentifizierung im Smart Home, im Gesundheitswesen und in Automotive-Lösungen zur Anwendung.

2016 nutzten weltweit 150 Millionen Menschen Stimmbiometrie-Lösungen von Nuance, heute sind wir bei 400 Millionen. Eine Verdopplung in zwei Jahren. Bis 2020 rechnen wir mit 600 Millionen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Welt-Alzheimertag: Welcher Versicherungsschutz ist für Demenzkranke wichtig?

Am kommenden Samstag ist Welt-Alzheimertag. An diesem Tag wird jährlich auf das Thema Demenz und die Situation Demenzkranker aufmerksam gemacht. 1,7 Millionen Menschen sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. 2060 sollen es nach dem Statistikportal Statista bereits 2,88 Millionen sein.

mehr ...

Immobilien

Weshalb der Staat das denkbar schlechteste Wohnungsunternehmen ist

Ob BMW, Lufthansa oder Deutsche Wohnen – niemand ist mehr sicher vor einer Verstaatlichung oder euphemistisch: „Rekommunalisierung“. Gemeinsam propagieren sie den falschen Glauben daran, dass der Staat der bessere Unternehmer sei. Wenn Wohnungen in der Hand des Staates sind, so die Annahme der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen Enteignen“, wird alles besser. Ein Kommentar von Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der FDP Bayern.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Allianz Global Wealth Report: Es gibt keine Gewinner

Der zehnte „Global Wealth Reports“ der Allianz zeigt, dass 2018 erstmals die Geldvermögen in Industrie- und Schwellenländern gleichzeitig zurückgegangen sind. Selbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, war dies nicht der Fall. Ein Kommentar von Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...