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Trump: Nörgeln auf höchstem Niveau

In der letzten Woche hat sich US-Präsident Donald Trump via Twitter einmal mehr darüber beschwert, dass die US-Notenbank die US-Wirtschaft beschädigt hat, indem sie die Zinsen zunächst erhöht und dann nicht schnell und auch nicht weit genug gesenkt hat. Dabei hat Trump eigentlich keinen Grund sich über mangelnde Unterstützung zu beschweren. 

Schaut man sich die Entwicklung der Leitzinsen in den USA an, hätte die Unterstützung der Fed für das von Trump bei seiner Wahl versprochene Wirtschaftswachstum kaum größer sein können.

Schließlich konnte kein Präsident seit Jimmy Carter von so niedrigen Zinsen profitieren wie Trump, fand die New York Times heraus.

Viel fiskalischer Support

Und auch der Kongress hat Trump keineswegs im Regen stehen lassen. Im Gegenteil. In den letzten 25 Jahren konnte sich kein anderer US-Präsident über so viel Unterstützung für seinen fiskalpolitischen Kurs freuen.

Und das seit 2017, als er eine umfassende Steuersenkung in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar genehmigt bekam und auf der anderen Seite die Staatsausgaben enorm gesteigert wurden.

Lediglich George W. Bush schaffte es während seiner beiden Amtszeiten, mehrere Steuersenkungsrunden zu realisieren und darüber hinaus auch noch Kriege in Irak und Afghanistan zu finanzieren.

Ungewisser Handelskonflikt mit China

Die bisherigen Maßnahmen waren ausreichend, um die US-Wirtschaft vor nachhaltigen Schäden durch den Handelskrieg mit China abzupuffern. Ob dies aber auch bei einer Eskalation der Situation so sein wird, bleibt abzuwarten.

Die US-Wirtschaft könnte nachhaltigen Schaden nehmen, warnen Experten, sollte Trump weitere Waren im Umfang von 300 Milliarden US-Dollar im September tatsächlich mit neuen Zöllen belegen.

Fed ist handlungsfähig – noch

Trump sollte sich vielmehr glücklich schätzen, dass die Fed noch Munition hat, wenngleich ihre Möglichkeiten limitierter sind als bei Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008, als die Leitzinsen noch bei fünf Prozent lagen.

Immerhin, zumindest acht weitere Zinssenkungen im Umfang von jeweils 0,25 Prozentpunkten wären möglich. Die Märkte erwarten bis Ende dieses Jahres noch mindestens zwei weitere.

Harter Brexit und dann?

Die werden vermutlich auch dringend gebraucht. Schließlich lauern neben dem Konflikt mit China noch weitere Unwägbarkeiten durch eine zunehmend wahrscheinlichere Schrumpfung der Industrieproduktion in den USA und durch die noch gar nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen, wenn es zu einem harten Brexit kommt. (fm)

 

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