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Am BaFin-Pranger: Totalausfall bei Döner-Darlehen

Die Noon Finance GmbH (vormals VertsKebap Finance GmbH) hat Insolvenz angemeldet. Sie hatte noch bis vor Kurzem deutsches Anlegergeld gesucht, um damit mittelbar Döner-Restaurants in den USA zu finanzieren. Das ging offenbar gründlich schief.

VertsKebab wollte über Nachrangdarlehen mittelbar Döner-Restaurants in den USA finanzieren (Symbolfoto).

Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor, die unter dem Stichwort “Verbraucherschutz” über die Website der Finanzaufsicht BaFin verbreitet wurde. Nach der heute veröffentlichten Meldung hat die Noon Finance GmbH bereits am 10. August 2018 Insolvenzantrag gestellt.

Betroffen davon sind zwei Arten von Nachrangdarlehen, die mit mehreren Vermögensanlagen-Prospekten (also mit Billigung der BaFin) seit 2015 noch bis Dezember 2017 bei deutschen Anlegern platziert wurden.

Pleite in den USA

Als Grund für die Insolvenz wird die kurz zuvor am 7. August eingetretene Insolvenz der Schwestergesellschaft Noon Mediterranean, Inc. (vormals Verts Mediterranean Grill, Inc.) in den USA angegeben.

Dieser sei es in den letzten Monaten weder gelungen, ausreichende Umsätze zu erwirtschaften noch neues Eigen- beziehungsweise Fremdkapital in ausreichender Höhe aufzunehmen, um ihre Aufwendungen aus dem operativen Geschäftsbetrieb zu decken.

Durch die Insolvenz der Noon Mediterranean, Inc. erhalte die Noon Finance GmbH keine Zahlungen mehr von der US-Schwestergesellschaft, auch wenn diese saniert wird. Dies habe zur Folge, dass die Rückzahlungen auf die von der Noon Finance GmbH gewährten Nachrangdarlehen nicht mehr geleistet werden können.

Seite 2: “Keine Insolvenzmasse” [1]

“Da es keine Insolvenzmasse gibt, fallen alle Darlehen der Noon Finance GmbH vollumfänglich aus”, heißt es in der Mitteilung. Dieses gelte sowohl für die Darlehensgeber der Nachrangdarlehen Typ A als auch für die Darlehensgeber der Nachrangdarlehen Typ B.

Noon Mediterranean hatte ihre Zinszahlungen und Rückzahlungen gegenüber der deutschen Gesellschaft bereits Anfang Dezember 2017 bis auf weiteres ausgesetzt. Daraufhin hat die Noon Finance ihrerseits Anfang Dezember 2017 ihre Zinszahlungen und Rückzahlungen gegenüber den Darlehensgebern der Nachrangdarlehen ebenfalls bis auf weiteres ausgesetzt und das öffentliche Angebot vorzeitig am 5. Dezember 2017 beendet, wie sie im Januar ebenfalls via BaFin mitgeteilt [2] hat.

Pflichtmitteilung mit BaFin-Pranger

Sowohl die damalige als auch die heutige Mitteilung erfolgte jeweils gemäß Paragraf 11a Vermögensanlagengesetz. Demnach haben die Emittenten von Vermögensanlagen auch nach Abschluss der Emission die unangenehme Pflicht, jede Tatsache unverzüglich zu veröffentlichen, die „geeignet ist, die Fähigkeit des Emittenten zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber dem Anleger erheblich zu beeinträchtigen“.

Die Mitteilungen werden dann auch über die Website der BaFin verbreitet, also am “BaFin-Pranger” [3]. Die inhaltliche Richtigkeit der veröffentlichten Tatsachen unterliegt nicht der Prüfung durch die BaFin. (sl)

Foto: Shutterstock

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