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Ein bunter Strauß an BaFin-Meldungen

Die Finanzaufsicht BaFin hat fünf weitere Unternehmen ins Visier genommen, darunter eines, das anscheinend Baum-Direktinvestments als Vermögensanlagen ohne die erforderlichen Prospekte anbietet. Außerdem warnt die Behörde erneut vor organisierter Abzocke.

Die BaFin hat vor allem mit unerlaubten Aktivitäten aus dem Ausland zu tun.

Unter der Überschrift “Anhaltspunkte für fehlenden Verkaufsprospekt” teilt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit, sie habe Anhaltspunkte dafür, dass die Mama Earth Foundation Inc. in Deutschland Vermögensanlagen in Form von Direktinvestments in Mahagoni, Teak, Kakao und weitere Direktinvestments mit den Bezeichnungen „Mahagoni Baum“, „Bildungsbaum“ und „Businessbäume“ öffentlich anbietet.

Entgegen Paragraf 6 Vermögensanlagengesetz seien hierfür keine Verkaufsprospekte veröffentlicht worden, so die äußerst knappe Mitteilung der Behörde. Erst vor wenigen Wochen hatte die BaFin – ebenfalls wegen fehlender Prospekte – bereits der Noblewood Group das Angebot von Baum-Direktinvestments in Paraguay untersagt [1].

Angebliche Zulassung als “International Financial Company”

Zudem weist die BaFin aktuell darauf hin, dass sie der Elysium Financial Management LLC mit Sitz in Tiflis, Georgien, keine Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz (KWG) zum Betreiben von Bank- oder Finanzdienstleistungsgeschäften im Inland erteilt habe. Das Unternehmen unterstehe nicht der Aufsicht der BaFin.

Die Elysium Financial Management LLC biete Anlegern im Inland die Möglichkeit, in so genannte “Baskets” zu investieren. Im Rahmen dieser Investitionsmöglichkeit verspreche die Elysium Financial Management LLC verschiedene erlaubnispflichtige Bank- und Finanzdienstleistungen. Das Unternehmen werbe mit einer angeblichen Zulassung als “International Financial Company (IFC)”.

Seite 2: Zwei neue Untersagungs-Verfügungen [2]

Zudem teilt die BaFin mit, dass sie gegenüber der KLDC Technological systems LTD, Marshallinseln, die sofortige Einstellung des grenzüberschreitenden Eigenhandels angeordnet hat.

Das Unternehmen biete auf der Handelsplattform www.cfxpoint.com finanzielle Differenzkontrakte (Contracts for Difference – CFD) auf Aktien, Indizes, Edelmetalle und Rohstoffe sowie den Erwerb und Handel mit Kryptowährung an und erbringe damit den Eigenhandel als Dienstleistung für andere in der Bundesrepublik Deutschland. Über die erforderliche Erlaubnis verfüge es jedoch nicht. Der Bescheid ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, so die BaFin.

Aktivitäten aus Frankreich und Schweden

Ebenfalls wegen grenzüberschreitender Aktivitäten ist die BaFin gegen die Secure Trading Financial Services, Frankreich, eingeschritten. Hier ordnete sie die sofortige Einstellung der grenzüberschreitenden Anlageberatung und des Eigenhandels an.

Die Gesellschaft betreibe die Internetseite www.setra-fin.com und stehe im Zusammenhang mit der schwedischen „Investfinans AB“, der bereits mit Bescheid vom 3. April 2019 das unerlaubt betriebene Einlagengeschäft untersagt worden sei. Auch dieser Bescheid ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, er ist jedoch noch nicht bestandskräftig.

Seite 3: Warnung vor organisierter Kriminalität [3]

Bereits vergangene Woche hat die BaFin auch gegenüber der Elit Property Vision LTD., Sofia, Bulgarien, die sofortige Einstellung des grenzüberschreitenden Eigenhandels angeordnet. Das Unternehmen biete deutschen Kunden auf der von ihm betriebenen Handelsplattform www.britonprice.com finanzielle Differenzkontrakte (Contracts for Difference – CFD) an, die auf Grundwerte wie Währungen laufen, so die BaFin.

Damit betreibe das Unternehmen gewerbsmäßig den Eigenhandel. Über die erforderliche Erlaubnis der BaFin verfüge es jedoch nicht. Es handele daher unerlaubt.

“Vielzahl von potenziell unseriösen Handelsplattformen”

Das Unternehmen trete als Nachfolger für geschlossene Handelsplattformen auf und biete einen Ausgleich der über diese Plattformen erlittenen Verluste an. Außerdem betreibe es weitere Handelsplattformen (CryptoFG, PrimeXclub, Stockstpbrokers), für die es keine Erlaubnis der BaFin habe.

“Derzeit tritt eine Vielzahl von potenziell unseriösen Handelsplattformen an den Markt heran”, so die generelle Beobachtung der BaFin. Erneut warnt sie davor, dass bei einigen auch der Verdacht der organisierten Kriminalität [4] bestehe. Die BaFin und die Polizei haben bereits Anfang Dezember 2018 vor betrügerischen internationalen Online-Handelsplattformen gewarnt. (sl)

Foto: Shutterstock