Wirtschaftsprüferaufsicht bekommt nach Wirecard-Fall schärfere Regeln

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Nach ihrer umstrittenen Rolle im Wirecard-Skandal hat die Wirtschaftsprüferaufsicht Apas schärfere Regeln verordnet bekommen.

Künftig sind Mitarbeiter, die 5.000 Euro oder mehr an Unternehmensanteilen besitzen, von der Überwachung der Wirtschaftsprüfer der jeweiligen Unternehmen ausgeschlossen. Für die Apas-Leitung gilt das unabhängig vom Wert der Aktien, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte.

Der Apas wurden im Skandal um den mutmaßlichen Milliardenbetrug bei Wirecard Versäumnisse vorgeworfen. Ihr Chef wurde entlassen, nachdem er im Wirecard-Untersuchungsausschuss aussagte, privat mit Aktien des Unternehmens gehandelt zu haben, während die Aufsicht die Wirecard-Prüfer unter die Lupe nahm. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, dessen Ressort für die Apas zuständig ist, musste im Zuge der Vorfälle vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.

Auch die Mitteilungspflichten für etwaige Interessenskonflikte sind nun klar geregelt. So müssen Mitarbeiter anzeigen, sobald ihre Aktien durch Wertsteigerungen den Wert von 5.000 Euro übersteigen. Verstöße können dienstrechtlich geahndet werden.

Die Apas beaufsichtigt Abschlussprüfer in Deutschland. Im Fall Wirecard hatten Prüfer der Firma EY jahrelang Bilanzen abgesegnet und sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht genau genug hingeschaut zu haben. Die Apas griff im Mai 2020 ein – wenige Wochen, bevor der inzwischen insolvente Konzern Wirecard ein Bilanzloch von 1,9 Milliarden Euro einräumte. Die Münchener Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies. (dpa-AFX)

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