Zweitmarkt: Nur moderater Rückgang in 2020

Der Zweitmarkt für geschlossene Fonds beschließt ein ereignisreiches Jahr 2020 mit einem stabilen vierten Quartal. Auch der Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate fällt grundsätzlich positiv aus. Einen moderaten Rückgang mussten Handeslvolumen und Preise aber hinnehmen.

Insgesamt verzeichnet der Zweitmarkt im vergangenen Jahr 7.804 Handelsabschlüsse – lediglich ein leichter Rückgang um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während das am Markt gehandelte Nominalkapital im Vergleich zu 2019 um 1,9 Prozent auf 280 Millionen Euro sinkt, geht die Summe der Kaufpreise etwas deutlicher zurück: Sie beträgt 199 Millionen Euro gegenüber 217 Millionen Euro im Jahr 2019. Der durchschnittliche Handelskurs über alle Anlageklassen liegt 2020 bei 70,90 Prozent – gut 5,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Im Bereich der Durchschnittskurse ragen die Immobilienfonds mit 90,06 Prozent wie gewohnt heraus.

Die Deutsche Zweitmarkt AG erfasst kontinuierlich den öffentlich sichtbaren Handel in den Sparten Immobilien, Schiffe und Sonstige Fonds. Auf Immobilienfonds entfällt mit etwas mehr als 64 Prozent wie gewohnt der größte Umsatzanteil. Es folgen die Assetklassen der Sonstigen Fonds und der Schiffsfonds mit jeweils knapp 18 Prozent. Während bei Immobilien und Sonstigen Fonds die Werte für Nominal, Kaufpreis und Durchschnittskurs fallen, geht es bei den Schiffsfonds 2020 nach oben: Hier steigen sowohl Nominalkapital (+ 18,6 Prozent) als auch Kaufpreissumme (+ 23,8 Prozent) deutlich.

„Geprägt von einer hohen Verkaufsbereitschaft“

„Das Zweitmarktjahr 2020 war geprägt von einer hohen Verkaufsbereitschaft“, bilanziert Jan-Peter Schmidt, Vorstand der Deutschen Zweitmarkt AG. Anleger nutzten den Zweitmarkt, um ihr Portfolio anzupassen, sich von langfristigen Investitionen zu trennen und frische Liquidität zu gewinnen. Auch Vermögensverwalter sowie Haftungsdächer waren 2020 verstärkt am Zweitmarkt aktiv. Steigende Kurse konnten vor allem im Bereich Erneuerbare Energien, speziell Solar, verzeichnet werden. Für 2021 rechnet Schmidt weiterhin mit regem Handel: „Wir verfügen über eine breite Käufer- wie Verkäuferbasis, was Garant für eine faire und transparente Preisfindung am Zweitmarkt ist.“

Immobilienfonds im Q4 unter Vorjahr

Von Oktober bis Dezember 2020 wurden 1.302 Handelsabschlüsse im Bereich der geschlossenen Immobilienfonds registriert – ein leichter Rückgang gegenüber dem dritten Quartal des Jahres (1.332). Mit einem Anteil an vermittelten Beteiligungen von fast 64 Prozent sind Immobilienfonds die meistgehandelte Assetklasse. Das gehandelte Nominalkapital liegt mit 43,3 Millionen Euro unter dem des Vorquartals (47,1 Millionen Euro). Die Summe der Kaufpreise sinkt um knapp 20 Prozent und liegt bei 34,4 Millionen Euro. An der Spitze der Top Ten der gehandelten Immobilienfonds steht der DG Anlage – Einkaufs-Center-Fonds mit einem Handelskurs von 357,5 Prozent (November 2020). Der Deutsche Zweitmarktindex für geschlossene Immobilienfonds (DZX-I) schließt am 25. Dezember 2020 bei 1.158,01 Punkten.

Im Bereich der Sonstigen Fonds hat die Deutsche Zweitmarkt AG im vierten Quartal 2020 insgesamt 370 Handelsabschlüsse registriert. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem dritten Quartal 2020 (358). Das gehandelte Nominalkapital fällt mit 9,8 Millionen Euro hingegen niedriger aus als im Vorquartal (10,9 Mio. Euro). Die Summe der Kaufpreise steigt dagegen um mehr als 9 Prozent auf 4,4 Millionen Euro. Der Anteil der Sonstigen Fonds an der Anzahl der insgesamt gehandelten Beteiligungen liegt auch im vierten Quartal 2020 bei knapp 18 Prozent. Der Durchschnittskurs notiert mit 44,6 Prozent mehr als 22 Prozent ebenfalls über dem des dritten Quartals (36,5 Prozent). An der Spitze der Top Ten der gehandelten Sonstigen Fonds steht der Auswertung zufolge wieder der MIG Fonds 7 mit einem Handelskurs von 206,5 Prozent (November 2020).

Höhenflug am Zweitmarkt für Schiffsfonds

Im vierten Quartal 2020 wurden insgesamt 372 Handelsabschlüsse im Bereich der geschlossenen Schiffsfonds registriert – fast 16 Prozent mehr als im Vorquartal. Der aktuelle Anteil an gehandelten Fonds am Gesamtmarkt liegt für Schiffsfonds bei etwas mehr als 18 Prozent. Das gehandelte Nominalkapital beträgt 17,2 Millionen Euro und steigt insofern im Vergleich zu den Monaten Juli bis September 2020 um fast 68 Prozent (10,25 Mio. Euro). Die Summe der Kaufpreise steigt ebenfalls deutlich um mehr als 58 Prozent und beträgt 5,4 Millionen Euro. Der Schiffsfonds mit dem höchsten Handelskurs in diesem Quartal ist der Nordcapital – MS „E.R. France“ (Sanierungskapital) mit einem Handel zu 110,00 Prozent (November 2020). Der Deutsche Zweitmarktindex für die Assetklasse Schiff (DZX-S) schließt am 25. Dezember 2020 bei 616,97 Punkten.

Foto: Shutterstock, Grafiken: Deutsche Zweitmarkt AG

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