Institutionelle Private Equity und Immobilien Zielfonds im Aufwind

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Hohe Nachfrage treibt die weltweiten Investitionen in institutionelle Zielfonds im Jahr 2021 von 11,67 auf 13,33 Billionen US-Dollar. Die Renditeerwartung der Investoren von Private Equity und Immobilien wurde weit überwiegend erfüllt oder übertroffen.

Das geht aus einer Untersuchung des Real Asset und Investment Managers Wealthcap hervor. Weiteres zentrales Ergebnis: Investition in Private Equity (90 Prozent) und Immobilien (78 Prozent) sollen ausgebaut oder mindestens beibehalten werden.

Wealthcap veröffentlicht damit zum sechsten Mal seinen Marktüberblick zu weltweiten Zielfondsinvestments mit Fokus auf die Assetklassen Private Equity-Buyout und Immobilien, vorwiegend auf Basis von Daten des Research-Unternehmens Prequin. Im Ergebnis zeige sich eine weiterhin deutlich steigende Allokation in institutionelle Zielfonds in den Fokus-Assetklassen, was vor allem auf die attraktive Rendite-Performance zurückzuführen sei, so Wealthcap. Für das laufende Jahr werden weitere Kapitalzuflüsse und gleichbleibende oder sogar steigende Renditen erwartet.

„Die Nachfrage nach Zugang zu institutionellen Real Asset-Zielfonds ist ungebrochen. Im vergangenen Jahr zeigten sie in einem schnell wandelnden Umfeld eine weiter positive Entwicklung bei Platzierung und Rendite. Die aktuelle geopolitische Krise in der Ukraine, die Entwicklungen rund um Corona, Inflation und Zinsen werden dieses Jahr massiven Einfluss auf die Branche haben. Wie deutlich die Auswirkungen werden, bleibt unseres Erachtens abzuwarten“, erläutert Sebastian Zehrer, Head of Research von Wealthcap.

Sachwerte-Zielfonds gewinnen weiter an Beliebtheit

Im Jahr 2021 belief sich Wealthcap zufolge das weltweit verwaltete Vermögen in institutionellen Zielfonds auf 13,33 Billionen US-Dollar. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 14,22 Prozent. Anteilig entfielen auf das Gesamtvolumen zehn Prozent auf Immobilien und 40 Prozent auf Private Equity. Bis 2026 wird ein weiteres starkes Wachstum von 74 Prozent auf insgesamt 23,22 Billionen US-Dollar prognostiziert.

Vier von fünf der weltweit von Preqin befragten institutionellen Investoren gaben an, dass ihre Erwartungen hinsichtlich der Renditeentwicklung ihrer Zielfonds in den vergangenen zwölf Monaten erreicht oder sogar übertroffen wurden. Im Falle von Immobilien betrug dieser zufriedene Anteil 78 Prozent, bei Private Equity sogar 83 Prozent.

Auch für das laufende Jahr blicken Investoren optimistisch auf die Assetklassen Immobilien und Private Equity. Anleger erwarten für Immobilien-Zielfonds zu 87 Prozent steigende oder gleichbleibende Renditen und wollen hier zu 78 Prozent mehr oder zumindest gleichbleibend viel Kapital investieren. Bei Private Equity erwarten 86 Prozent der Befragten höhere oder mindestens gleichbleibende Renditen im Vergleich zum Vorjahr. Neun von zehn Investoren wollen entsprechend ihre Kapitalallokation in dieser Assetklasse ausbauen oder zumindest beibehalten.

Private Equity-Markt 2021 äußerst robust

Der Private Equity-Markt zeigte sich 2021 äußerst robust, so Wealthcap. Die Zahl der angebotenen Zielfonds stieg seit Ende 2020 um sieben Prozent auf 1.032, während sich das Platzierungsvolumen um zwölf Prozent auf 622,2 Milliarden US-Dollar erhöhte. Buyout-Fonds sind die Favoriten am Markt, wie sowohl Marktanteil als auch geplantes Platzierungsvolumen zeigen. Das mag im attraktiven Rendite-Risiko-Profil begründet sein, so Weathcap. Allein die zehn größten Einzelfonds sammelten dabei in den ersten drei Quartalen 2021 fast ein Drittel des gesamten Platzierungsvolumens ein, was den Wunsch vieler Anleger nach erfahrenen, großen Managern belege.

Der Transaktionsmarkt Private-Equity-Buyout verzeichnete 2021 sowohl bei Verkäufen als auch bei Ankäufen ein starkes Wachstum. Dies wurde von der Aussicht auf eine sich erholende Weltwirtschaft sowie die niedrigen Finanzierungskosten begünstigt Dabei ist keine vermehrte Fremdkapitalaufnahme zu beobachten und der Eigenkapitalanteil stieg leicht auf recht konservative 52,5 Prozent.

Konsolidierung im Immobilienmarkt

Am Immobilienmarkt setzte sich 2021 der Konsolidierungstrend der vergangenen Jahre auf Anbieterseite weiter fort. Die Zahl der Fonds im Vertrieb sank auf 372, die geringste Zahl in den zurückliegenden zehn Jahren. Parallel wuchs das Platzierungsvolumen um rund 20 Prozent auf 176,8 Milliarden US-Dollar, den zweithöchsten Wert jemals. Was die Investmentstrategie angeht, waren Value Add- (30 Prozent) und opportunistische Ansätze (31 Prozent) besonders gefragt.

Das Transaktionsgeschehen erholte sich 2021 mit knapp 8.000 Käufen im Verhältnis zum Vorjahr, liegt aber weiter unter dem Vorkrisenniveau. Der Großteil der Transaktionen entfiel auf Nordamerika (71 Prozent) und Europa (26 Prozent). Mit Blick auf die Nutzungsarten der Immobilien entfielen von dem Transaktionsvolumen 27 Prozent beziehungsweise 28 Prozent auf Büro und Wohnen. Den größten Zuwachs verzeichnete in den vergangenen Jahren das Segment Logistik/Light Industrial, das 2021 einen Anteil von 19 Prozent erreichte.

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