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Ausländische Wasserkraftanlagen: Interessante Nische

Trotz großer Verunsicherung aufgrund der KAGB [1]-Einführung und der EEG-Novelle [2] arbeiten die Initiatoren an neuen Beteiligungsangeboten im Segment erneuerbare Energien. Eine interessante Nische stellen ausländische Wasserkraftanlagen dar.

Die Fondsobjekte des Hydropowerinvest IV liegen am Fluss Karasu in der Türkei.

So konnte Aquila Capital im vergangenen Jahr bereits den vierten Wasserkraftfonds [3] ausplatzieren, den Aquila Hydropowerinvest IV.

Wasserkraft: Höchster Wirkungsgrad

Das Beteiligungsangebot investiert gemeinsam mit institutionellen Investoren in fünf Wasserkraftwerke, die sich im Nordosten der Türkei befinden. Die installierte Leistung beträgt 25 Megawatt, die Vergütung für den erzeugten Strom erfolgt nach einer gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung [4]. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 93 Millionen Euro inklusive Fremdkapital.

Die Stromerzeugung per Wasserkraft verfügt nach Angaben des Initiators mit bis zu 95 Prozent über den höchsten Wirkungsgrad verglichen mit anderen Energieträgern. Zudem sei Wasserkraft-Energie grundlastfähig und die Stromerzeugung deutlich weniger volatil als bei Wind und Solar.

Doch auch hier gibt es ein Standortproblem: Nach Angaben von Aquila werden die attraktiven Flächen bereits weitestgehend genutzt, besonders in der Alpenregion und in Skandinavien gebe es kaum noch attraktive Standorte.

Seite zwei: Kanada statt Südeuropa [5]

Auch deshalb soll der erste Wasserkraftfonds von Reconcept in Kanada investieren. Zudem gibt es dort laut Geschäftsführer Karsten Reetz deutlich mehr Wasser als im warmen bis heißen Südeuropa.

“Tatsache ist, dass in Kanada Wasserkraftwerke seit über 100 Jahren genutzt werden und es vor allem in British Columbia in den Ausläufern der Berge unzählige Seen und Flüsse gibt, die sich zur Stromgewinnung aus Wasser perfekt eignen. Dazu kommt, dass Kanada eine stabile Volkswirtschaft bietet und die dortige Regierung Förderprogramme zur Nutzung der Wasserkraft aufgelegt hat, die es den Betreibern der Wasserkraftwerke erlaubt, stabile, langfristige Verträge mit Stromversorgern, Banken und anderen Dienstleistern einzugehen”, erklärt er.

Gut gefüllte Projekt-Pipeline

Man habe eine gut gefüllte Projekt-Pipeline und könne sich vorstellen, weitere Wasserkraftwerke am deutschen Kapitalmarkt anzubieten, so Reetz.

Doch nicht jedes Beteiligungsangebot ist erfolgversprechend: Standort, Anlagentechnik und Gutachten sollten einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Dies erhöht die Chancen für Investoren, finanziell von der Energiewende zu profitieren. (kb)