27. April 2015, 14:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anbieter müssen sich breiter aufstellen

Die geschlossenen Fonds haben dagegen zu lange am KG-Modell festgehalten und stecken bis heute in ihrer Nische fest – mit in der Regel ungünstigeren Kostenstrukturen und einer von Fall zu Fall sehr unterschiedlichen Vertriebspower. Dazu trägt noch zusätzlich die starre regulatorische Abgrenzung von offenen und geschlossenen Produkten bei. Künftig sollten die Anbieter deshalb ernsthaft darüber nachdenken, geschlossene AIFs mit Kündigungsrechten anzubieten.

Radikaler Wandel

Denn die Situation hat sich gegenüber der Vor-KAGB-Ära radikal gewandelt: Der geschlossene Fonds hat sowohl bei den Vertrieben als auch bei den Anlegern nicht mehr das gleiche Standing. Daher ist es meiner Meinung nach kaum zu umgehen, den Anlegern Kündigungsrechte einzuräumen.

Dies gilt vor allem, wenn verstärkt Anleger aus dem institutionellen Bereich angesprochen werden sollen, was derzeit ein Großteil der Fondshäuser tut. Allerdings sind diese Anleger ihrerseits stark reguliert. Oft ist das Vorhandensein von Kündigungsrechten die Voraussetzung für eine Investition.

Immense Herausforderung

Das Problem für die Anbieter geschlossener AIFs: Sie können nicht einfach Kündigungsrechte in ihre Vehikel einbauen, denn das KAGB deklariert jeden AIF mit Kündigungsrecht als offen, auch wenn dies zum ersten Mal nach zehn Jahren gewährt wird. Um offene Strukturen anbieten zu können, ist allerdings eine Bafin-Lizenz für offene Fonds notwendig.

Diese zu erlangen, ist für viele Anbieter, die eine Zulassung für geschlossene Produkte haben, eine immense Herausforderung. Allerding sollten sie sich nicht sofort abschrecken lassen. Ein Verharren in der “geschlossenen Ecke” und ein Hoffen auf das Wiedererstarken des KG-Modells könnte gerade die falsche Strategie sein.

Initiatoren sollten daher sehr ernsthaft prüfen, ob sie nicht die gesamte Palette der KAGB-Strukturen anbieten können – sowohl offene als auch geschlossene Produkte.

Autor Aykut Bußian ist Leiter Financial Services bei TPW.

Foto: TPW

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Jüngere Rentner fühlen sich benachteiligt

Auch wenn die Bundesregierung das aktuelle Rentenniveau bis 2025 festschreiben möchte, haben die Rentenkürzungen der Vergangenheit bereits ihre Spuren hinterlassen: Jüngere Rentner bewerten ihre finanzielle Situation im Vergleich zu den über 80-Jährigen deutlich schlechter, so eine aktuelle Postbank-Umfrage.

mehr ...

Immobilien

Höher, schneller, weiter: Immobilienpreise in Rekordhöhe

Niedrige Zinsen, parallel dazu allerdings auch eine steigende Darlehenshöhe. Im Durchschnitt nehmen Immobilienkäufer oder Hausbauer 239.000 Euro Kredit auf. Auch das Eigenkapital findet weiterhin Verwendung, zeitgleich steigt der Beleihungsauslauf.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit-Streit im britischen Parlament eskaliert

Politisches Beben im britischen Parlament: Fünf Wochen vor dem Brexit hat die neu gegründete “Unabhängige Gruppe” im Unterhaus Zuwachs auch von den regierenden Konservativen bekommen.

mehr ...

Berater

Neuer Unfallschutz für Handwerker

Der Münchener Verein bringt für selbständige und angestellte Handwerker mit der „PrivatUnfall“ eine neuen Unfallversicherung in drei Tarifvarianten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance bündelt Haftungsdach und 34f-Vertrieb

Der Asset Manager Deutsche Finance Group führt die bestehenden Vertriebs-Tochtergesellschaften Deutsche Finance Consulting und Deutsche Finance Advisors unter der Deutsche Finance Solution als Kompetenzplattform zusammen.

mehr ...

Recht

Grundrente in der Kritik

Der Gesetzesvorschlag, eine geltende Grundrente in Deutschland einzuführen, steht bereits seit längerer Zeit in der Diskussion und wird vom Bundesarbeits- und Sozialministerium forciert. Doch es regt sich erneut Kritik.

mehr ...