Das Erbe des BSI

Das Thema Regulierung ist auch der wesentliche Punkt, an dem sich das Urteil über den BSI scheidet. Die einen kritisieren, der Verband habe dabei zu sehr die Interessen der großen und institutionellen Häuser vertreten – ein Vorwurf, den Romba stets von sich gewiesen hat, der aber nicht ganz unberechtigt ist.

Die anderen loben den Umstand, dass überhaupt eine leidlich praktikable Gesetzgebung dabei herausgekommen ist und die verbliebenen Anbieter nun ohne störende Vergangenheit in der ersten Liga durchstarten können. Auch das ist ohne Zweifel richtig, auch wenn die Welt nun – jedenfalls im Publikumsgeschäft und von Ausnahmen abgesehen – schon seit vier Jahren vergeblich auf den Aufschwung wartet.

Nun lässt sich lange darüber spekulieren, ob es möglich gewesen wäre, die Regulierung in eine andere, mittelstandsfreundlichere Richtung zu lenken. Das wäre nicht mehr als Kaffeesatzleserei.

Regulierung nicht zu verhindern

Fakt jedoch ist: Die Regulierung war nicht zu verhindern und ohne den BSI wäre sie – gerade vor dem Hintergrund der politischen Stimmungslage nach der Finanzkrise – mit Sicherheit noch weitaus übler ausgegangen. Wahrscheinlich würde es die Branche nicht mehr geben.

Ob sie ohne Regulierung besser dastünde, ist zum einen eine hypothetische Frage, zum anderen in Hinblick auf das Debakel bei Schiffsfonds, die S&K-, Wölbern-, Prokon- und weiteren Skandale sowie die Prozessflut für den Vertrieb nicht sicher. Mit der Regulierung hat die Branche immerhin eine Zukunft.

Wie diese aussehen wird, hängt sicherlich nicht ganz unwesentlich auch davon ab, wie das BSI-Team im ZIA agieren wird. Gero Gosslar, der schon zum 1. Juli 2017 zum stellvertretenden ZIA-Geschäftsführer berufen wurde und als Leiter der neuen Sparte Rombas Nachfolge antritt, hat dabei keine leichte Aufgabe.

Seite 3: Ohne eigenständigen Verband

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