16. Oktober 2017, 10:35
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MiFID II: Die Hängepartie rückt näher

Nicht ausgeschlossen ist auch, dass die Verhandlungen scheitern, was entweder Neuwahlen oder eine weitere Hängepartie nach sich ziehen würde (für Verhandlungen über eine neue, gar nicht mehr so große Groko oder – sehr unwahrscheinlich – über eine schwarz-gelbe Minderheitsregierung).

So oder so sieht es nicht danach aus, als würden vor dem Jahreswechsel noch wesentliche politische Entscheidungen fallen. Die Anbieter müssen sich wohl darauf einstellen, dass sie zunächst zweigleisig fahren müssen: Mit den bisherigen Vertriebsunterlagen für die freien Vermittler, mit neuem Material für Banken und Finanzdienstleistungsinstitute.

Veränderte Darstellung der Kosten

Dazu zählt neben der erforderlichen Zielmarktbestimmung mit standardisierter Risikoklassifizierung unter anderem eine veränderte Darstellung der Kosten. Die MiFID II weicht hier teilweise von den Vorschriften des KAGB ab. Darauf wies Wirtschaftsprüferin Martina Hertwig von Baker Tilly auf dem Cash.-Branchengipfel hin.

Auch dieser Punkt, für den wichtige Detailvorschriften der EU erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurden, dürfte nicht von allen Häusern bis zum Jahreswechsel vollständig abgearbeitet worden sein. Sie fliegen dann zunächst aus dem Bankenvertrieb.

Für den freien Vertrieb könnte die Sache insofern auch einen Vorteil haben: Einige Monate lang wird er wohl stark umworben werden. Von jenen Anbietern, die die Umstellung der Unterlagen für die Institute nicht gut genug vorbereitet haben und den Absatzsatzausfall durch andere Kanäle kompensieren müssen.

 

Die komplette Zusammenfassung des Cash.-Branchengipfels lesen Sie in dem Cash.-Extra, das der Cash.-Ausgabe 11/2017 (ab 19. Oktober im Handel) beiliegt und dann auch zum kostenlosen Download auf Cash.Online verfügbar ist.

Stefan Löwer ist Chefanalyst von G.U.B. Analyse und betreut das Cash.-Ressort Sachwertanlagen. Er beobachtet den Markt der Sachwert-Emissionen als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst insgesamt schon seit mehr als 25 Jahren. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

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