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Zweikampf um die Handelskammer

In Hamburg treten voraussichtlich zwei bekannte Köpfe aus der Branche der Sachwertanlagen gegeneinander zur Wahl des Chefs der dortigen Handelskammer an. Um deren Ausrichtung hatte es zuletzt ungewöhnlich viel Streit gegeben.

Dr. Torsten Teichert war bis Ende 2017 Vorstandsvorsitzender der Lloyd Fonds AG in Hamburg. Nun will er Präses der Handelskammer werden.

Nachdem der vorherige Favorit überraschend seinen Verzicht erklärt hat, kommt es nach Presseberichten bei der Wahl des neuen Präses, wie der Vorsitzende der Handelskammer Hamburg genannt wird, am 24. Januar voraussichtlich zu einem Duell, das auch aus Sicht der Sachwertbranche bemerkenswert ist.

Für den Chefposten treten demnach Dr. Torsten Teichert und Dr. Johann Killinger gegeneinander zur Wahl an.

Ex-Vorstand versus Unternehmer

Teichert war bis Ende 2017 Vorstandsvorsitzender des Asset Managers und einst führenden Schiffsfonds-Initiators Lloyd Fonds AG. Im Mai 2018 hat er zusammen mit Holger Schmitz, ebenfalls ein früherer Lloyd-Fonds-Vorstand, die Unternehmensberatung Teichert & Schmitz Invest GmbH & Co. KG gegründet.

Killinger ist geschäftsführender Gesellschafter der Buss Gruppe. Buss ist ein Logistikunternehmen und konzipiert über die Tochtergesellschaft Buss Capital seit 2003 Sachwertinvestments für Privatanleger in den Segmenten Container, Immobilien und Schifffahrt, zuletzt hauptsächlich Container-Direktinvestments.

Heftiger Richtungsstreit

In der Hamburger Handelskammer gibt es sei einiger Zeit einen heftigen Richtungsstreit über deren Organisation, Ausrichtung und Finanzierung.

Im Februar 2017 hatte eine Gruppe von sogenannten „Kammerrebellen“, zu denen maßgeblich auch Teichert und Killinger zählten, unter anderem mit dem Versprechen, die Pflichtbeiträge abzuschaffen, das Sagen in der Handelskammer übernommen. Beide gehören auch zu den sechs Vizepräsides (ein Plural, den es wohl nur in Hamburg gibt).

Seite 2: Vertretung von 160.000 Unternehmen [1]

Teichert sagte sich später von der Rebellengruppe los und hat sich dabei wohl auch mit Killinger zerstritten. Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ hatten sich die beiden auf dem Neujahrsempfang der Zeitung jedenfalls „nicht viel zu sagen“.

Die traditionsreiche Handelskammer Hamburg ist seit 1665 die Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft und vertritt in dieser Funktion nach eigener Darstellung etwa 160.000 Unternehmen. Dabei berät sie Unternehmen, bündelt deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung und bildet Menschen aus und weiter.

Die Handelskammer in Hamburg entspricht der IHK in anderen Städten/Regionen. Sie ist damit unter anderem auch für die Prüfung und Beaufsichtigung der gewerblichen Versicherungsfachleute, Finanzanlagen- sowie Immobiliendarlehensvermittler in der Hansestadt zuständig. (sl)

Foto: Anna Mutter