8. Juni 2020, 11:49
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“Aufkäufer nutzen die Verunsicherung der Anleger”

Der Mai-Handel im Zweitmarkt für Fondsanteile war deutlich von den Folgen der Corona-Krise geprägt. Ähnlich wie im Vormonat fiel die Anzahl der Vermittlungen mit 335 niedrig aus. Der Durchschnittskurs über alle Assetklassen hinweg sank auf ein neues Jahrestief. Als Auslöser sieht die Fondsbörse auch eine spezielle Käufergruppe.

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Aufkäufer nutzen laut Fondsbörse die Verunsicherung der Anleger “in einem noch nie dagewesenen Ausmaß” und drücken damit die Preise am Zweitmarkt.

Der Durchschnittskurs im Mai betrug nach einer Mitteilung der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG lediglich 53,58 Prozent des Nominalwerts (Vorjahres-Durchschnitt: 72,17 Prozent). Der Nominalumsatz stieg zwar gegenüber dem Vormonat von 10,78 Millionen auf 11,09 Millionen Euro leicht an, liegt damit aber immer noch weit unterhalb des langjährigen Mittels von circa 17,5 Millionen Euro pro Monat.

“Das Angebot dünnt sich derzeit aus, da zahlreiche Käufer als auch Verkäufer die weitere Marktentwicklung abwarten wollen. Bedingt durch den Lockdown fehlen zudem die direkten Kundengespräche zwischen Anteilseignern und professionellen Vermittlern, welche mehrheitlich den Handel über zweitmarkt.de empfehlen”, heißt es zur Begründung.

“Und last but not least: Aufkäufer nutzten in den vergangenen Wochen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß die Verunsicherung der Anleger, um mit Ankauf-Offerten weit unter Marktniveau Jagd auf Fondsanteile zu machen”, so die Mitteilung weiter. Die Fondsbörse habe wiederholt vor einschlägigen Kaufangeboten gewarnt.

Umsatzhalbierung bei Immobilienfonds

Im Immobiliensektor waren Gewerbeimmobilien-Beteiligungen (Büros, Hotels und Einkaufscenter) wie schon im Vormonat nur zu deutlich reduzierten Kursen vermittelbar. Der Durchschnittkurs sank auf 77,28 Prozent. Der nominale Umsatz aus 225 Transaktionen belief sich auf 6,38 Millionen Euro.

Im Vergleich zu den Monaten des ersten Quartals bedeutet dies in etwa eine Halbierung des Umsatzes. Insgesamt trug das Immobilien-Segment „nur“ 57,49 Prozent zum Handelsumsatz im Monat Mai bei – deutlich weniger als in den Monaten vor der Corona-Epedemie.

Neues Jahrestief bei Schiffsbeteiligungen

Im Handel mit Schiffsbeteiligungen waren die Auswirkungen des lahmenden Welthandels und niedriger Frachtraten deutlich zu spüren. Hier fiel der Nominalumsatz auf ein Jahrestief von 1,34 Millionen Euro (Vormonat: 2,28 Millionen Euro). Der Durchschnittkurs im Segment markierte mit 24,40 Prozent (Vormonat: 26,89 Prozent) ein neues Jahrestief. Insgesamt entfielen 12,06 Prozent des Gesamtumsatzes auf den Handel mit Schiffsfonds.  

Die unter Sonstige Beteiligungen zusammengefassten Assetklassen wie Private Equity-, Erneuerbare Energien- und Flugzeugfonds erreichten mit einem Durchschnittskurs von 20,39 Prozent (Vormonat: 42,43 Prozent) ebenfalls ein neues Jahrestief. Aus 73 Transaktionen entstand zwar ein guter Monatsumsatz von nominal 3,38 Millionen Euro (Vormonat: 2,09 Millionen Euro), aber wie schon im Vormonat litt das Segment unter den Folgen der Luftfahrt-Krise und dem schwierigen Handel mit Flugzeugfonds.

Foto: Shutterstock

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