18. August 2020, 13:19
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Ein Platz an der Goldgrube

Auch für Private-Equity- und Venture-Capital-Investitionen bleibt Corona nicht ohne Folgen. Doch das Geschäftsklima hat sich bereits wieder gedreht, gesunkene Unternehmensbewertungen versprechen verbesserte Einstiegskonditionen und das Salz in der Suppe bleiben einzelne sehr erfolgreiche Zielunternehmen.

112019 0314 Fullsize Neu-Klein in Ein Platz an der Goldgrube

Dr. Friederike Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW: „Da die Einstiegsbewertungen nun als deutlich günstiger wahrgenommen werden als vor der Krise, könnte eine neue Investitionsdynamik in Gang kommen.“

Die Welt ist so zerstritten wie kaum zuvor in der jüngeren Geschichte. Doch eine Hoffnung haben alle gleichermaßen: Die Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch verursachte Lungenkrankheit Covid-19, besser bekannt unter der landläufigen Bezeichnung „Corona“. So sind Forschungslabore und Pharmaunternehmen weltweit mit Hochdruck auf der Suche nach einem solchen Impfstoff, dessen Erprobung und letztlich Zulassung durch die Arzneimittelbehörden. Dabei geht es nicht nur darum, die Welt von dem Klammergriff der Pandemie zu befreien. Es ist auch ein Milliardengeschäft.

Ganz vorn dabei im globalen Rennen ist Biontech aus Mainz. Das Unternehmen zählte zu den ersten weltweit, die einen potenziellen Corona-Impfstoff identifiziert haben und die Zulassung für entsprechende klinische Tests erhielten. Hierfür ist Biontec eine Kooperation mit dem US-Pharma-Riesen Pfizer eingegangen. Ende Juli kündigten beide Unternehmen schon den Start der Testphase 2/3 mit bis zu 30.000 Teilnehmern weltweit an – ein riesiger Aufwand mit ungewissem Ausgang. Doch wenn die Sache Erfolg hat, werden nicht nur Milliarden von Menschen aufatmen. Auch wird Biontech wohl spätestens dann seiner Adresse alle Ehre machen: Das Unternehmen hat seinen Sitz – kein Scherz – in der Straße „An der Goldgrube“ in Mainz. Hausnummer 12.

Mit Spannung verfolgt wird das Impfstoff-Rennen auch von dem Management und den Anlegern dreier Venture-Capital-Fonds der MIG AG aus München. Die MIG Fonds 7, 8 und 9 haben sich seit 2008 an Biontech beteiligt und den Aufbau des Unternehmens mitfinanziert. Im Oktober 2019 ging es an die Technologiebörse Nasdaq in New York – ein Ritterschlag.

Schon vor Corona ein Erfolg

Damals war von Corona noch keine Rede; Biontech hatte sich vor allem im Bereich der Immunonkologie, also der Krebstherapie mithilfe des körpereigenen Immunsystems, einen Namen gemacht. Der Ausgabekurs der Aktie lag bei 15 US-Dollar, bis zum Jahreswechsel kletterte er auf knapp 35 US-Dollar. Das entsprach schon ohne Corona fast dem 30fachen dessen, was die MIG Fonds im Schnitt für ihre Beteiligungen aufgewendet hatten: Rund einen Euro pro Aktie. Mit den Impfstoff-Meldungen schoss die Biontech-Aktie dann zeitweise bis auf über 100 US-Dollar und lag Ende Juli bei rund 84 US-Dollar.

„Biontech ist heute bereits und wird auf lange Zeit einer der größten Erfolge eines von Privatanlegern mit Venture Capital finanzierten Unternehmens in Europa sein“, sagt Dr. Matthias Hallweger, Vorstand der für den Vertrieb der MIG Fonds verantwortlichen HMW AG. „Faktor 80 auf das getätigte Investment ist schlicht und ergreifend der Mega-Hammer“, so Hallweger.

Rund ein Fünftel der Biontech-Aktien der drei MIG Fonds wurde demnach bereits veräußert und daraus eine Rekordausschüttung von insgesamt 110 Millionen Euro an die Investoren durchgeführt. Die Anleger des MIG Fonds 7 haben allein damit rund 120 Prozent im Verhältnis zu ihrem gesamten Investment in diesen Fonds erhalten. „Unser Fondsmanagement wird mit Bedacht und zu gegebener Zeit weitere Aktien an der Biontech veräußern. Wann genau und zu welchem Kurs, können wir besprechen, wenn es erfolgt ist“, kündigt Hallweger auf die entsprechende Frage an.

Seite 2: Weiteres Unternehmen an die Nasdaq gebracht

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