14. Oktober 2020, 00:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Energieversorger: “Klimaschutzmaßnahmen sind keine Konjunkturbremse”

Klima- und Konjunkturpolitik sind nach Ansicht des ostdeutschen Energiedienstleisters EnviaM längst keine Gegensätze mehr. “Klimaschutzmaßnahmen sind keine Konjunkturbremse, sondern ein Konjunkturturbo”, sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Lowis vor dem Start des 9. Ostdeutschen Energieforums in Leipzig am Dienstag. In Zeiten des Klimawandels sei ein ökologischer Umbau der Wirtschaft zwingend notwendig.

Shutterstock 135053966 in Energieversorger: Klimaschutzmaßnahmen sind keine Konjunkturbremse

Der stockende Windenergie-Ausbau soll bald der Vergangenheit angehören.

Ein positives Beispiel sei das von der Bundesregierung vorgelegte Investitionsbeschleunigungsgesetz. Dies sieht unter anderem schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren beim Bau von Windenergieanlagen an Land vor. Dies soll den zuletzt stockenden Ausbau der Windenergie wieder in Schwung bringen. “Wir begrüßen die Neuregelung, da wir mehr erneuerbare Energien benötigen, um die Ziele der Energiewende zu erreichen”, betonte Lowis.

Gleichzeitig sei aber auch ein beschleunigter Ausbau der Stromnetze erforderlich. Auch hier seien schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren notwendig, das 2019 verabschiedete Netzausbaubeschleunigungsgesetz reiche nicht aus. “Es gilt nur für das Übertragungsnetz und nicht für das Verteilnetz, an das mehr als 90 Prozent der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sind. Hier sollte nachgebessert werden”, forderte Lowis.

Das in Chemnitz ansässige Unternehmen versorgt in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Dienstleistungen.

Auf dem Ostdeutschen Energieforum diskutieren bis Mittwoch Vertreter von Politik, Wissenschaft, Energiewirtschaft und ostdeutschem Mittelstand über Lösungen zur Umsetzung der Energiewende. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, spricht über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie über die Wasserstoffstrategie des Bundes. Sachsen-Anhalts stellvertretende Ministerpräsidentin, Claudia Dalbert (Grüne), diskutiert mit Experten über Wasserstoff als Chance für die ostdeutsche Wirtschaft.

Bei Brandenburgs Landeschef Dietmar Woidke (SPD) geht es um den möglichen Durchbruch bei der Energiespeicherung. Er forderte zum Start des Forums stabile Energiepreise und sichere Versorgung. Auf dem Abschlussforum diskutiert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unter anderem mit Jakob Springfeld, Vertreter der weltweiten Bewegung Fridays for Future, über die Chancen des Umbruchs in den Kohleregionen und das Strukturstärkungsgesetz.

Das Ostdeutsche Energieforum ist seit 2011 Denkfabrik und Expertenforum zur Energiewende und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen Ostdeutschlands in diesem Prozess. Aufgrund des coronabedingten Hygienekonzepts ist die Zahl der Gäste in diesem Jahr auf 150 begrenzt. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Getsurance muss Insolvenz anmelden

Alles geht digital, lautete das Motto der Brüder Viktor und Johannes Becher bei der Gründung ihres Insurtechs Getsurance im Jahr 2016. Jetzt hat das Berliner Insurtech Insolvenz angemeldet. Die Geschäfte laufen derweil erst einmal weiter.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Schwellenländeranleihen auf Erholungskurs? 5 Fragen und Antworten für Anleger

Weltweit kämpfen Volkswirtschaften mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die insbesondere mit Blick auf die Schwellenländer für zahlreiche negative Schlagzeilen gesorgt hat. Doch häufig werden Schwellenländer fälschlicherweise als homogenes Anlageuniversum betrachtet. In diesem Q&A stellt Alejandro Arevalo, Fondsmanager im Bereich Emerging Markets Debt bei Jupiter Asset Management, einige Missverständnisse zu Anlagen in Schwellenländeranleihen richtig und erklärt, wo er derzeit die attraktivsten Chancen sieht.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz erweitert Produktportfolio um hauseigenen Edelmetalltarif „EasyGoSi“

Deutschlands größter Maklerpool ermöglicht seinen angebundenen Maklern mit „EasyGoSi“ ab sofort die einfache und sichere Vermittlung der beiden Edelmetalle Gold und Silber. Die Vermittlung ist erlaubnisfrei und unterliegt keinen weiteren Auflagen nach § 34f der Gewerbeordnung oder anderen Dokumentationspflichten. Mit dem neuen Tarif reagiert die Fonds Finanz auf den Bedarf der Vermittlerkunden, die in den derzeit wirtschaftlich unsicheren Zeiten vermehrt in die Edelmetalle Gold und Silber investieren möchten.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Quarantäne: Rechte und Pflichten in der Zwangspause 

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen Personen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, in Isolierung. Diese Zwangspause ist eine behördlich angeordnete Maßnahme. Doch auch der bloße Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus kann dazu führen, dass eine Quarantäne nötig wird. Welche Regeln es für die sogenannte “Absonderung” gibt.

mehr ...