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ITA: Transparenzrating und Gütesiegel

Das Institut für Altersvorsorge (ITA), Berlin, hat in Kooperation mit dem Banken- und Versicherungsexperten der Berliner Humboldt Universität, Professor Dr. Hans-Peter Schwintowski, ein Transparenzrating für Lebensversicherungen und Altersvorsorgeprodukte sowie ein entsprechendes Gütesiegel entwickelt.

Ziel der Initiative sei es, die Situation von Verbrauchern über die durch die VVG-Informationspflichtenverordnung (VVG-InfoV) vorgeschriebenen Angaben hinaus zu stärken, so die Mitteilung des Instituts.

Im Rahmen des Transparenzratings würden die Produkte von Versicherern aus der Sicht von Kunden und Vermittlern analysiert. Die wichtigsten Entscheidungskriterien sowie die Abschlusskosten sollen dadurch nachvollziehbar, vollständig offengelegt und vergleichbar gemacht werden, so das ITA weiter.

Analyse in drei Schritten

Die Analyse erfolge in drei Schritten: Als zentrales Kriterium für die vertragliche Grundlage eines Produktes werde die ?Textverständlichkeit der Vertragsbedingungen? bewertet. Dieser Teil des Ratings fließe mit maximal 25 Punkten in die zu vergebene Gesamtzahl von 100 Punkten ein. Teil zwei der Untersuchung stelle im Rahmen einer Kontrolle bestimmter Leistungsmerkmale die Produkttransparenz und ?qualität auf den Prüfstand und werde mit 50 Prozent in der Gesamtbewertung gewichtet. Die verbleibenden 25 Punkte entfallen auf eine Begutachtung der jeweiligen Werbebroschüre, die auf ihre Richtigkeit und Transparenz hin untersucht werde.

DWS und Standard Life machen den Anfang

Als erste Produkte wurden vom ITA die ?DWS RiesterRente Premium? sowie sämtliche Altersvorsorgeangebote von Standard Life, die sich im deutschen Vertrieb befinden, getestet. Die DWS-Rente erreichte mit der Auszeichnung einer herausragenden Transparenz die höchstmögliche Bewertung (TTT). Den Standard Life-Produkten wurde mit Gütesiegel TT+ eine ausgezeichnete Transparenz bescheinigt.

“Transparenzplus gegenüber VVG-InfoV”

Hintergrund der Initiative ist die Unzufriedenheit des ITA mit den durch die VVG-InfoV festgelegten Transparenznormen, die das Institut als unzureichend betrachtet. Besonders kritisiert das ITA in diesem Zusammenhang eine Aktion des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Berlin. (cash-online berichtete hier [1]). (hb)