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6. November 2008, 00:00
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PKV-Zahlenbericht: Neugeschäft krankt

Die private Krankheitsvollversicherung baut im Neugeschäft deutlich ab, im vergangenen Jahr hat sich der Nettoneuzugang beinahe halbiert und dieser negative Trend hielt auch im ersten Halbjahr 2008 an. Dafür entwickelte sich das Geschäft mit Zusatzversicherungen positiv, wie der aktuelle PKV-Zahlenbericht des Berliner Verbands der privaten Krankenversicherung e.V. zeigt.

Vollversicherung leidet unter Gesundheitsreform

Hatten Ende 2007 noch 8,55 Millionen Personen eine private Vollversicherung abgeschlossen, so waren es Ende Juni 2008 mit 8,57 Millionen nur unwesentlich mehr. Der Nettoneuzugang ging bereits im vergangenen Jahr von 116.100 Neuversicherten auf 59.900 Personen zurück. Seit Anfang 2008 liegt er mit lediglich 23.400 Personen erneut deutlich unter dem entsprechenden Vorjahresniveau von 37.700 Personen.

Der PKV-Verband führt den starken Einbruch vor allem auf die durch die Gesundheitsreform “deutlich erschwerten” Wechselkonditionen zurück.

Zusatzversicherungen knacken 20-Millionen-Grenze

Das Geschäft mit Zusatztarifen verlief dagegen positiv: In 2007 stieg die Zahl der privaten Zusatzversicherungen von 18,4 Millionen auf 20,01 Millionen, damit wurde erstmals die 20-Millionen-Marke gerissen. Im ersten Halbjahr 2008 erhöhte sich die Zahl um weitere 487.800 Versicherungen auf knapp 20,50 Millionen.

In diesem Bereich läuft auch das Geschäft mit gesetzlich Krankenversicherten immer besser: Im Jahr 2007 stieg die Zahl sogenannter Zusatzversicherungen zum GKV-Schutz um 1,38 Millionen auf 14,38 Millionen.

Beitragseinnahmen mit stabilem Wachstum

Bei den Beitragseinnahmen in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung verzeichnete die Branche in 2007 Zuwächse um 978,5 Millionen Euro (3,4 Prozent) auf 29,46 Milliarden Euro. Auf die Krankenversicherung entfielen in diesem Segment 27,58 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 966,9 Millionen Euro (3,6 Prozent). In der Pflegeversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 11,6 Millionen Euro (0,6 Prozent) auf 1,88 Milliarden Euro.

Bis Jahresende rechnet der PKV-Verband mit Beitragseinnahmen in Höhe von 30,3 Milliarden Euro, die sich zu 28,4 Milliarden Euro auf die Kranken- und zu 1,9 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung verteilen.

Gesamtleistungen steigen auf 18,9 Milliarden Euro

Insgesamt stiegen die Versicherungsleistungen den Daten des Verbands zufolge in 2007 um 1,06 Milliarden Euro (5,9 Prozent) auf 18,9 Milliarden Euro: In der Krankenversicherung legten sie um 1,04 Milliarden Euro (6,1 Prozent) auf 18,32 Milliarden Euro zu und in der Pflegeversicherung um 14,3 Millionen Euro (2,5 Prozent) auf 578,1 Millionen Euro.

Die Alterungsrückstellungen summierten sich Ende 2007 auf 123,65 Milliarden Euro, davon entfielen 106,50 Milliarden Euro auf die Kranken- und 17,15 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung. Insgesamt 10,21 Milliarden Euro wurden den Rückstellungen im vergangenen Jahr zugeführt, davon 1,28 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. (hb)

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