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22. Juli 2009, 00:00
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AGI/OECD: Kapitalgedeckte Rentensysteme besser regulieren

Internationale Pensionsfonds haben im vergangenen Jahr zum Teil Verluste von bis zu 25 Prozent hinnehmen müssen. Mehr denn je stellt sich deshalb die Frage: Sind die kapitalgedeckten Systeme sicher? Einer aktuellen Untersuchung zufolge sind die Verlustrisiken beherrschbar. Dafür bedürfe es allerdings zielgerichteter Regulierungen der politischen Entscheidungsträger.

Konservative Anlagepolitik notwendig

Die entsprechende Studie, die Allianz Global Investors (AGI) gemeinsam mit ihrer Tochter Risklab und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt hat, zeigt, dass eine relativ konservative Anlagepolitik erforderlich ist, um die Verlustrisiken für die Ruhestandsleistungen zu reduzieren.

Die Analyse ist zu dem Ergebnis gekommen, dass nationale Standardvorgaben und Wahlmöglichkeiten imRahmen der Pensionspläne sorgfältiger auszugestalten sind, als es in der Vergangenheit vielfach der Fallwar.

Große Unsicherheit über die Rentenhöhe

“Bei all ihren vielfältigen Vorteilen existiert in kapitalgedeckten Pensionsplänen, die auf Beitragszusagen beruhen, eine große Unsicherheit hinsichtlich der Höhe der späteren Rentenzahlungen”, erklärt Brigitte Miksa Head of International Pensions bei AGI.

Die Experten beziffern die zur Risikobegrenzung notwendige Anleihenquote in den Investmentportfolios von Pensionsfonds auf mehr als 60 Prozent. Diese Gewichtung geht allerdings zu Lasten der zukünftigen Rentenzahlungen.

Mindestens 60 Prozent Anleihen ins Portfolio

Die Untersuchung habe außerdem gezeigt, dass sowohl sehr niedrige (unter 20 Prozent) als auch sehr hohe (über 80 Prozent) Aktienanteile sich für langfristig angelegte Pensionspläne nicht eignen. Eine sinnvolle Lösung für den Rendite-Risiko-Zielkonflikt sieht AGI in Lebenszyklus-Investments. Dabei wird der Aktienanteil mit näher kommendem Renteneintritt schrittweise heruntergefahren.

Weiter weist die Analyse darauf hin, dass es wesentliche Unterschiede zwischen den Rentensystemen der einzelnen Nationen gibt, was bei der geldpolitsischen Risikooptimierung zu beachten sei.

Nationale Spezifika müssen berücksichtigt werden

Pablo Antolin von der OECD: “In denjenigen Ländern, wo die Teilnahme an kapitalgedeckten Rentenplänen obligatorisch ist, sind die gesellschaftlichen Kosten ungünstiger Entwicklungen sicherlich amhöchsten”.

Deshalb könne die Sorge über die Risiken dort ein höheres Gewicht haben als der Wunsch nach einer potenziell hohen Rentenzahlung. Auf solche Unterschiede müsse bei der Ausgestaltung Rücksicht genommen werden. (hb)

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