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Delta Lloyd Groep stellt Deutschland-Geschäft ein

Der niederländische Finanzkonzern Delta Lloyd hat bekanntgegeben, dass seine deutschen Lebensversicherer ihr Neugeschäft einstellen werden. Die vor dem Börsengang stehende Gruppe sehe Deutschland nicht mehr als Kernmarkt an, teilt das Unternehmen mit.

Die offizielle Begründung gleicht einer Grundsatzkritik: Obwohl der deutsche Lebensversicherungsmarkt großes Potenzial biete, stelle seine Struktur ein Hindernis dar. Es trage hierzulande der Versicherer die Risiken niedriger Kapitalmarktrenditen, während von den Gewinnen fast ausschließlich die Versicherten profitieren, so Delta Lloyd. Aufgrund der aktuellen Marktsituation habe man sich entschieden, zu handeln.

Tatsächlich laufen die Geschäfte von Delta Lloyd hierzulande schon lange schleppend. Bereits im August 2009 hatte die britische Konzernmutter Aviva die Privatbank Metzler mit der Suche nach einem Käufer für das Deutschland-Geschäft beauftragt [1]. In der aktuellen Mitteilung heißt es allerdings, ein Verkauf der Beteiligung sei derzeit nicht abzusehen.

Delta Lloyd Deutschland hat im Geschäftsjahr 2008 bei Prämieneinnahmen von 437 Millionen Euro einen Fehlbetrag von 202 Millionen Euro erwirtschaftet und ist mit einer laufenden Verzinsung von mageren 3,25 Prozent aktuell eines der Schlusslichter im Lebensversicherungsmarkt. Für 2010 werden weitere Verluste erwartet, 2011 soll der Negativtrend gestoppt sein, so die niederländische Konzernmutter.

Auf die bestehenden rund 580.000 Policen von etwa 300.000 Kunden der Töchter Delta Lloyd Lebensversicherung AG und Hamburger Lebensversicherung AG sowie der Delta Lloyd Pensionskasse AG soll die Einstellung des Neugeschäfts keine Auswirkungen haben. (hb)

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