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Bâloise-Töchter gründen eigene Stammorga

Ring-Fehde – Klappe die nächste: Die Bâloise erhöht den Druck auf den Kontrahenten Signal Iduna/Deutscher Ring Kranken (DRK). Der Schweizer Versicherer teilt mit, dass seine Töchter Deutscher Ring Sach- und Leben eine neue zusätzliche Stammorganisation aufbauen. Der Vertriebskanal sei eine Reaktion auf Abwerbeversuche der Gegenseite. Die wertet das Manöver als “Panikreaktion”.

Streit um den Ring: Bis einer heult

Mit der Neugründung, die parallel zur bestehenden Deutscher-Ring-Vertriebsstruktur agieren soll, untermauert die Bâloise ihre Forderung, die Hamburger Gruppe nach eigener Definition zu „entflechten“ beziehungsweise nach Ansicht der Gegenseite zu „zerschlagen“. Man habe Signal Iduna/DRK eine letzte Frist gesetzt, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, erklärt die Bâloise.

Hanse Merkur ist mit im Boot

Brisant: Der neue eigenständige Vertrieb soll neben den Produkten von Ring-Sach und -Leben auch Krankenversicherungen verkaufen. Sollten Signal Iduna/DRK das Angebot ablehnen, der neuen Stammorga ihre Produktpalette bereitzustellen, so stünde als alternativer Partner für Krankenversicherungen die ebenfalls in Hamburg ansässige Hanse Merkur bereit, heißt es in der Bâloise-Mitteilung.

Mit der Entscheidung, eine eigene Stammorga zu gründen, reagiert die Bâloise laut eigenen Angaben auf auffällig hohe Abwanderungen von Vertriebspartnern und das Bekenntnis der Signal, Führungskräfte und Vertriebspartner der gemeinsamen Struktur der drei Ring-Gesellschaften einzustellen.

Verunsicherte Ring-Mitarbeiter laufen Signal Iduna zu

Die Signal hatte erst kürzlich den Start eines eigenen Maklerpools [1] bekanntgegeben. Allerdings widersprechen die Dortmunder den Vorwürfen, Vertriebler vom Ring abzuwerben. Vielmehr würden diese aus freien Stücken vorstellig werden: Wie die Signal mitteilt, haben sich in den letzten Wochen aufgrund der Unsicherheit über die Zukunft des Rings vermehrt Außendienstpartner und Führungskräfte aus dem Außendienst bei ihr beworben. „Die Bâloise reagiert darauf nun in einer Panikreaktion“, sagt Signal-Chef Reinhold Schulte.

Nach Darstellung der Dortmunder hat die Bâloise die Führungskräfte des Ring-Außendienstes zu regionalen Treffen eingeladen und ihnen “außerordentlich hoch dotierte Verträge” mit der neu zu gründenden Außendienstorganisation unterbreitet, die stellenweise nahezu zu einer Verdoppelung der Vergütung führen sollen.

Obwohl „der Frontalangriff auf die gemeinsame Außendienstorganisation des Deutschen Rings“ nicht geeignet sei, das Verhandlungsklima zu verbessern, halte die Signal das Gesprächsangebot an die Bâloise aufrecht, erklärt Schulte weiter.

Nichts Neues im Bafin-Verfahren

Unterdessen gibt es im Verfahren der Bafin [2] noch immer keine Entscheidung, wie cash-online aus Unternehmenskreisen erfuhr. Die Finanzaufsicht ermittelt derzeit wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken, die sich aus den Überschneidungen der verzahnten Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen der Ring-Gruppe ergeben und zu Lasten der Kunden gehen könnten. (hb)

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