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Maklervertrieb: Rückgang bei Privat- und Firmenkunden

Der Absatz privater Versicherungen im Maklervertrieb ist im dritten Quartal 2012 erneut gesunken, so das aktuelle „Makler-Absatzbarometer“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov. Auch im Firmenkundengeschäft ist demnach ein Rückgang zu verzeichnen.

Laut der Studie ist der Absatz privater Versicherungen im dritten Quartal erneut um zwei Indexpunkte gesunken. Damit sei zum dritten Mal in Folge ein Rückgang beim Privatkundengeschäft zu verzeichnen. Der Absatzindex liegt demnach mit 57 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 2010. Der Absatzindex sei in nahezu allen Bereichen zurückgegangen, nur bei den Sachversicherungen bleibe das Niveau stabil.

Die negativen Berichte der letzten Wochen über die Riester-Rente machen sich den Studienautoren zufolge in der stark sinkenden Nachfrage nach dieser bemerkbar. Die Riester-Rentenversicherung habe in einem Quartal volle sieben Prozentpunkte verloren. Dagegen bleibe der Absatz in der Sparte Sachversicherungen stabil. Hierfür sei teilweise das bereits rege Wechselverhalten der Kfz-Versicherungen zum Jahresende verantwortlich. Das Interesse der Verbraucher nach diesem Produkt ist demnach im dritten Quartal um fünf Prozentpunkte gestiegen.

Im Firmenkundengeschäft ist der Studie zufolge lediglich ein leichter Rückgang um einen Indexpunkt auf insgesamt 60 erkennbar. Die negative Entwicklung finde in den Sparten Rechtsschutz und Kredit statt, während die Absatzentwicklung in den Bereichen betriebliche Altersvorsorge und Sachversicherungen gestiegen ist.

 

Seite zwei: Dread-Disease: Mehrheit der Makler hat gute Produktkenntnisse [1]

Ein kleiner Teil der Versicherungsmakler (18 Prozent) kennt sich eigenen Angaben zufolge „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“ mit der Dread-Disease-Versicherung aus, weitere 43 Prozent fühlen sich „gut“ informiert. Fast die Hälfte der Makler (45 Prozent) biete die Risikoabsicherung für schwere Krankheiten bereits manchmal an, so You Gov.

Dagegen fremdeln die Kunden noch häufig mit dem Produkt. So geben 90 Prozent der Makler an, dass sich Kunden kaum aktiv nach diesem Versicherungsprodukt erkundigen. Aber auch bei Versicherungsmaklern identifizieren die Studienautoren noch Potenzial zur Steigerung des Wissensstands in Sachen Dread Disease.

Maklervertrieb der Dread-Disease-Versicherungen noch ausbaufähig

Die geringe Bekanntheit der Dread-Disease-Versicherung in Deutschland lasse darauf schließen, dass hier noch viel ungenutztes Potenzial brach liegt, so You Gov. Eines der größten Bedenken von potenziellen Kunden ist demnach die geringe Vertrautheit mit dem Produkt. „Makler erkennen dagegen die Vorteile einer Dread Disease Versicherung als Ergänzung oder sogar als Ersatz einer Berufsunfähigkeitsversicherung für ihre Kundenberatung“, sagt Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzdienstleistungsforschung bei You Gov. Demnach glauben 53 Prozent der befragten Makler, dass sie die finanzielle Absicherung bei schweren Krankheiten in den nächsten zwei Jahren vermehrt vermitteln werden.

Für die der vierteljährlich erhobene Studie „Makler-Absatzbarometer“ hat das Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov vom 18. bis 28. September 2012 bundesweit 265 hauptberufliche Versicherungs- und Finanzmakler aus mittleren und kleinen Maklerbüros befragt. (jb)

 

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