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AfW initiiert “Berliner Erklärung”

Die Vertreter von dreizehn deutschen Maklerpools haben sich in der “Berliner Erklärung” für den Erhalt der Unabhängigkeit der Makler von den Versicherern ausgesprochen. Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) hatte die Geschäftsführer und Vorstände zum 11. September nach Berlin eingeladen.

Anlass war die öffentlich gewordene Diskussion innerhalb des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GdV) über Eingriffe in das derzeitige Provisionssystem [1], so der AfW. Die Teilnehmer des Treffens haben demnach einhellig die Bedeutung der Unabhängigkeit der Versicherungsmakler von den Versicherungsgesellschaften unterstrichen.

Unabhängigkeit der Makler ist von zentraler Bedeutung

Weiterhin haben sich die Vertreter der Maklerpools gegen Bestrebungen ausgesprochen, die Unabhängigkeit der Makler anzutasten und die Relevanz der Maklerschaft für den deutschen Versicherungsmarkt betont.

Am Ende des Gesprächs haben alle Teilnehmer die “Berliner Erklärung” verabschiedet, die unter anderem frei verhandelbare Maklervergütung, die Unabhängigikeit der Makler, qualitativ hochwertige Beratung und eine Erweiterung der Kostendiskussion auf die Gesamtkosten in privaten Altersvorsorgeprodukten fordert.

Berliner Erklärung

Die unterzeichnenden Pools erklären:

1. Wir sprechen uns für frei verhandelbare Vergütungen in der Lebensversicherung aus. Die Branche steht dem Verbraucher gegenüber in der Verantwortung und ist in der Lage, ihre Vergütungsmodelle [2] selbst zu regeln – und dies ohne kartellrechtlich bedenkliche Absprachen.

2. Wir sprechen uns für eine Erweiterung der Kostendiskussion auf die Gesamtkosten in privaten Altersvorsorgeprodukten aus. Eine Einschränkung der Diskussion auf einzelne Kostenarten (wie die Abschlussprovision) trägt dem Interesse der Verbraucher nicht ausreichend Rechnung. Kostenersparnisse müssen vollumfänglich beim Verbraucher ankommen. Jede Initiative muss dies verbindlich sicherstellen.

3. Wir sprechen uns für unabhängige und qualitativ hochwertige Verbraucherberatung aus. Sie ist Voraussetzung für eine Altersvorsorge aller Bevölkerungsschichten.

4. Wir sprechen uns für den Berufsstand des unabhängigen Versicherungsmaklers aus, der im ausschließlichen Interesse seiner Kunden handelt und hierfür angemessen vergütet werden muss. Im Versicherungsvertrieb [3] führen steigende Anforderungen durch Regulierung und Administration zu höheren Kosten. Während Versicherungsmakler diese Kosten selbst tragen müssen, werden abhängige Versicherungsvertreter durch Ausschließlichkeitsorganisationen der Versicherer subventioniert.

5. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers zu garantieren und ihn mit unserer Tätigkeit wettbewerbsfähig zu halten. 94 Prozent der Versicherungsmakler sind in Maklerpools [4] organisiert. Daher setzen wir uns für die Interessen des unabhängigen Vertriebs ein.

Berlin, den 11. September 2013

Dr. Jutta Krienke – Vorstand, BCA

Oliver Lang – Vorstand, BCA

Norbert Porazik – Geschäftsführer, Fonds Finanz

Sven Burkart – Vertriebsleiter, Wifo

Andreas Kison – Vorstandsvorsitzender, Infinus [5]

John Schröder – Vorstand, Jung, DMS & Cie.

Oliver Kieper – Vorstand, Netfonds

Matthias Kschinschig – Geschäftsführer, Aruna

Oliver Pradetto – Geschäftsführer, Blau direkt

Oliver Drewes – Geschäftsführer, Maxpool

Hartmut Goebel – Vorstand, Germanbroker.net

Hans Schex – Geschäftsführer, Monad

Michael Bade – Geschäftsführer, Status

Guntram Schloß – Vorstand, Apella

RA Norman Wirth – geschäftsführender Vorstand, AfW

Frank Rottenbacher – Vorstand, AfW

Carsten Brückner – Vorstand, AfW

“Wir als AfW freuen uns, dass alle Beteiligten zu einer gemeinsamen Erklärung gefunden haben, die auch als ein Signal an die Maklerschaft gedacht ist”, kommentiert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher gegenüber Cash.-Online. (jb)

Foto: AfW