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Bafin-Chefin König: Zu hoher Kostenblock in Lebensversicherungen

Elke König, Präsidentin der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, hat mitgeteilt, dass sieben von rund 90 Lebensversicherer kein oder kein nennenswertes Neugeschäft mehr zeichnen wollen. “Der Markt wird etwas schrumpfen, aber nicht dramatisch”, sagte König der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ). Zugleich sprach sie sich für eine Senkung der Vertriebskosten aus.

Elke König: “Die Zinszusatzreserve kommt bei ihrer Auflösung in der Zukunft in vollem Umfang den Versicherten zugute.”

“In der Lebensversicherung ist noch ein zu hoher Kostenblock enthalten”, sagte die oberste Finanzaufseherin im Interview mit der FAZ. Die Unternehmen müssten die Kosten, besonders im Vertrieb, senken, forderte König.

Im Gegenzug lobte die Bafin-Präsidentin die Anstrengungen, die die Lebensversicherer beim Aufbau der Zinszusatzreserve leisteten. Dieser Posten bedeute große Anstrengungen für die Lebensversicherer, so König, doch was jetzt als zusätzliche Vorsorge für längere Zeiten niedriger Zinsen machbar und möglich ist, müsse getan werden, um die gegebenen Garantien abzusichern.

Bafin contra Verbraucherschützer

In der 2011 eingeführten Zinszusatzreserve befinden sich bereits mehr als 13 Milliarden Euro [1]. Verbraucherschützer haben die Bildung dieses “Sonder-Topfs” kritisiert. So erklärte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV), dass vermutlich “kein Cent aus diesem Topf jemals beim Kunden ankommen” werde.

Die Bafin sieht dies nicht so: “Die Zinszusatzreserve kommt bei ihrer Auflösung in der Zukunft in vollem Umfang den Versicherten zugute”, betonte Aufseherin König. Die Zinszusatzreserve sei notwendig, um die Lebensversicherten vor Ereignisse zu schützen, die sonst die ökonomische Substanz der Lebensversicherung aushöhlen könnten.

König lobt Hilfspaket für Lebensversicherer

Positiv äußerte sich König zum geplanten Hilfspaket für die Lebensversicherer [2]. Dies sei erforderlich, um die Lebensversicherung “zukunftsfähig zu machen”. Zugleich bekräftigte sie, dass es in der Altersvorsorge auch künftig Sparformen mit Garantieelementen geben sollte. Die Garantien auszugestalten sei allerdings Aufgabe der Versicherer, nicht der Bafin. (lk)

Foto: Bafin