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Berufsunfähigkeit: Familien sorgen vor, Singles nicht

Welche Zielgruppen verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und welche nicht? Antworten auf diese Frage liefert nun eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

BU-Zielgruppen: Insgesamt betrachtet, ist in gut 30 Prozent der deutschen Haushalte ein BU-Schutz vorhanden – sofern der Haupteinkommensbezieher jünger als 65 Jahre ist.

Die repräsentative Auswertung auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) von 2013 lässt drei – leicht vereinfachte – Schlüsse zu: In Familienhaushalten sowie bei Selbstständigen, Gutverdienern und jüngeren Bundesbürgern zwischen 25 und 35 Jahren finden sich die höchsten BU-Absicherungsquoten (siehe Grafik).

Jeder dritte Haushalt verfügt über eine BU-Vorsorge

Insgesamt betrachtet, ist in gut 30 Prozent der deutschen Haushalte ein BU-Schutz vorhanden – sofern der Haupteinkommensbezieher jünger als 65 Jahre ist.

Geringe Absicherungsquoten bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden

Überdurchschnittlich abgesichert sind Paare mit einem oder mehreren Kindern (45 Prozent). In Paarhaushalten ohne Kinder trifft dies hingegen nur auf knapp jeden fünften zu. Noch düsterer sieht es bei den Alleinlebenden aus: Hier verfügen nur 14 Prozent über den existenziellen Schutz. Etwas besser stehen Alleinerziehende da: Von ihnen sind 18 Prozent abgesichert.

 

In Familienhaushalten sowie bei Selbstständigen, Gutverdienern und jüngeren Bundesbürgern zwischen 25 und 35 Jahren finden sich die höchsten BU-Absicherungsquoten.

Weiter zeigt die EVS-Auswertung, dass sich in 42 Prozent der Haushalte mit einem Hauptverdiener zwischen 25 und 35 Jahren eine BU-Police findet; in der Altersgruppe von 35 bis 50 Jahren liegt der Wert noch bei 37 Prozent.

Seite zwei: GDV: BU hat sich zu einem wichtigen Pfeiler der privaten Risikovorsorge entwickelt [1]

Auch die Einkommenshöhe habe einen Einfluss auf die Verbreitung privater Berufsunfähigkeitsvorsorge, berichtet der GDV: Gut 40 Prozent der Haushalte mit monatlichen Nettoeinkommen zwischen 3.200 Euro und 5.000 Euro verfügen über (mindestens) eine Berufsunfähigkeitsversicherung; in Haushalten mit Einkommen über 5.000 Euro liegt der Verbreitungsgrad sogar bei annähernd 50 Prozent.

Unterhalb der Einkommensschwelle von 3.200 Euro sinke die Verbreitung der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch deutlich.

Insgesamt habe sich die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem wichtigen Pfeiler der privaten Risikovorsorge entwickelt, heißt es beim GDV. “Die Zahlen belegen, dass es in der Bevölkerung durchaus ein Bewusstsein für die existenziellen Risiken der Berufsunfähigkeit gibt. Dies gilt insbesondere für die jüngere Generation”, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Peter Schwark.

GDV: “Botschaft ist angekommen”

Offenbar sei hier die Botschaft angekommen, so Schwark, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Fall der Fälle keinen adäquaten Einkommensausgleich mehr biete.

Für die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe befragt das Statistische Bundesamt alle fünf Jahre rund 60.000 Haushalte in Deutschland. Die Daten zur Verbreitung der Berufsunfähigkeitsversicherung geben den Stand vom 1. Januar 2013 wieder. (lk)

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