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Studie: Innovative Versicherer besonders erfolgreich

Kleine Versicherer, die in den letzten Jahren ein starkes Vertriebsnetz aufgebaut haben oder ihre Produkte frühzeitig online angeboten haben, gehören zu den besonders erfolgreichen Versicherern in Europa. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger.

Die Studie ermittelte drei zentrale Faktoren für Wachstum: Akquisitionen, Internationalisierung und innovative Geschäftsmodelle.

Die europäische Versicherungswirtschaft sei gut durch die Finanzkrise gekommen und habe in den letzten fünf Jahren stabile Umsätze erzielt, teilen die Berater von Roland Berger Strategy Consultants mit. “Durch eine verbesserte Profitabilität konnte das operative Ergebnis um durchschnittlich drei Prozent und das Nachsteuerergebnis um sieben Prozent gesteigert werden”, so das Ergebnis der Studie “Financial Performance of European Insurers”.

Gute Ergebnisse für deutsche Versicherer

Für die Studie haben die Berater die Jahresabschlüsse der Top-30 europäischen Versicherer in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien, Großbritannien und der Schweiz zwischen 2008 und 2013 analysiert. Dabei hat sich laut Roland Berger gezeigt, dass Versicherer aus Deutschland, Spanien und der Schweiz ihre Umsätze und ihre Eigenkapitalrendite in den letzten fünf Jahren überproportional steigern konnten.

Branchengewinner sind laut Studie “innovative, kleine Nischenanbieter

Die Studienmacher bescheinigen der Branche unter anderem eine verbesserte Eigenkapitalrendite: Nach einem starken Rückgang 2011 auf 4,9 Prozent, lag sie Ende 2013 mit 8,5 Prozent in etwa wieder auf dem Niveau von 2009 (9,0 Prozent). “Branchengewinner waren innovative kleine Nischenanbieter, die sowohl ihren Umsatz als auch die Eigenkapitalrendite zweistellig steigern konnten”, heißt es in der Studie.

“Die Staatschuldenkrise hat deutlich gemacht, wie stark die europäische Versicherungswirtschaft am Tropf der Kapitalmärkte hängt”, sagt Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger. Demnach sank das Kapitalanlageergebnis zwischen 2009 und 2011 um fast 50 Prozent und lag Ende 2013 mit 237 Millionen Euro leicht über dem Niveau von 2010.

“Denn Kapitalerträge werden vor allem durch die Renditen für Staatsanleihen bestimmt, wohingegen sich die Prämieneinnahmen am Bruttoinlandsprodukt orientieren”, erklärt Experte Hach.

Seite zwei: Versicherer mit breitem Produktportfolio im Nachteil [1]

Innerhalb der Versicherungswirtschaft gibt es nach Angaben der Berater große Unterschiede bei der Entwicklung von Umsatz, Profitabilität und Eigenkapitalrendite. Während die spezialisierten Sach- und Lebensversicherer eine hohe Profitabilität aufweisen und ihre Eigenkapitalrenditen in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich zehn beziehungsweise acht Prozent pro Jahr steigern konnten, verzeichnen Versicherer mit einem breiten Produktportfolio eine geringere Profitabilität.

Innovative Vertriebskonzepte und Produktangebote gefragt

Die Studie ermittelte dabei drei zentrale Faktoren für Wachstum: Akquisitionen, Internationalisierung und innovative Geschäftsmodelle. “Viele Versicherer haben ihr Wachstum vor allem durch gezielte Akquisitionen oder Ausweitung ihrer internationalen Präsenz vorangetrieben”, sagt Experte Hach.

Die größten Gewinner jedoch seien Versicherer mit innovativen Vertriebskonzepten und Produktangeboten gewesen – sei es durch strategische Partnerschaften in wichtigen Regionen, den Einsatz von Internetplattformen oder maßgeschneiderten Angeboten.

Flexibilität und Transparenz immer wichtiger

“Besonders erfolgreich entwickelten sich kleine Versicherer, die in den letzten Jahren ein globales Vertriebsnetz mit starken Partnern aufgebaut oder ihre Produkte früh online angeboten haben”, fährt Hach fort.

“Diese kleinen Champions waren als einzige in der Lage, sowohl ihren Umsatz als auch ihre Eigenkapitalrendite um zweistellige jährliche Zuwachsraten zu steigern.” Das zeige, so Hach, “Flexibilität und Transparenz wird auch für die Versicherungsbranche immer wichtiger.” (lk)

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